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Der medizinische Trikorder à la Enterprise rückt näher

So etwa könnte ein mobiles Heim-Labor für die Blutwert-Überwachung aussehen. Abb: Anvajo Dresden

So etwa könnte ein mobiles Heim-Labor für die Blutwert-Überwachung aussehen. Abb: Anvajo Dresden

Dresdner Telemedizin-Prjekt gestartet: Das Smartphone der Zukunft schlägt Alarm, wenn wir krank werden

Dresden, 23. Februar 2017. Smartphones und andere mobile Geräte könnten schon bald zu medizinischen „Tricordern“ werden, wie es sie bisher nur auf dem TV-Raumschiff „Enterprise“ gab: Sie sollen durch berührungslose Blutanalysen erkennen, wenn ein Mensch krank wird. Und sie sollen rechtzeitig einen Arzt alarmieren, wenn sich der Gesundheitszustand eines Patienten verschlechtert, nachdem er oder sie vom Krankenhaus nach Hause entlassen worden sind.

Erste Vorläufer solcher „Tricorder“ entwickeln nun Ingenieure der TU Dresden und der Dresdner Uni-Ausgründung „Anvajo“. Die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) hat den Entwicklungspartnern heute rund 700.000 Euro Fördergeld für das Telemedizin-Projekt „FlexEO – Auf flexibler Elektronik und Optik basierendes tragbares Gerät zur in vivo Spektrometrie von Blutbestandteilen für die Telemedizin“ zugesagt.

„Grundstein für telemedizinische Überwachung chronisch Kranker“

„Mit dem neuen Gerät zur Analyse von Blutbestandteilen wird der Grundstein für die telemedizinische Überwachung chronisch Kranker gelegt“, betonte Barbara Klepsch. „Ziel der Staatsregierung ist es, Telemedizin zu fördern, damit ein Mehrwert für Arzt und Patienten entsteht.“

Mobiles Gerät soll Blut ohne Einstich analysieren

Die Partner wollen gemeinsam ein mobiles Gerät entwickeln, das imstande ist, ohne klassische Blutprobe den aktuellen biochemischen Zustand des Bluts von Patienten spektroskopisch zu analysieren. Bei Spektroskopien wird letztlich das Licht zerlegt, das ein Objekt ausstrahlt beziehungsweise reflektiert.

„Das Kernstück der nicht-invasiven Messung haben wir in den letzten drei Jahren am Institut für Aufbau- und Verbindungstechnik entwickelt: ein optisches Mikrospektrometer, mit dessen Hilfe Licht in seine spektralen Bestandteile zerlegt und analysiert werden kann“, erläuterte Franz Schröder von der Anvajo GmbH. Dieses Mikrospektrometer sei so klein, dass es leicht in einen Fingerclip oder ein tragbares Gerät – wie beispielsweise ein Smartphone – integriert werden kann. Das junge Unternehmen wirbt bereits jetzt mit dem Versprechen: „Bald wirst du dein Heim nie mehr für Laborbesuche verlassen müssen.“

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