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Intel steckt jeden fünften Umsatz-Dollar in Forschung

Die US-Mikroelektronik - hier ein Intel-Wafer - dominiert mit 55 % Anteil ganz klar den Halbleiter-Weltmarkt. Europas Antel wrd auf nur 6 % geschätzt. Foto: Intel

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Top 10 von „IC Insights“ zeigt: Wer Marktführer bleiben will, buttert viel in F/E hinein

Scottsdale, 20. Februar 2017. Gut beraten ist, wer in einer Hochtechnologie-Branche mitmischt und jährlich viel in Forschung und Entwicklung investiert, statt hohe Dividenden aus dem Unternehmen abzuzwacken. Dieser Zusammenhang spiegelt sich auch in einer aktuellen Auflistung aus der Halbleiter-Industrie, die das US-Marktforschungsunternehmen „IC Insights“ aus Scottsdale nun erstellt hat: So gab Weltmarktführer Intel im Jahr 2016 insgesamt 12,7 Milliarden Dollar (12 Mrd. €) für Forschung und Entwicklung (F/E) aus – soviel wie die nächstfolgenden drei Konzerne zusammen. Was man so interpretieren mag, dass sich Marktführerschaft nur durch hohe F/E-Ausgaben behaupten lässt.

FE/-Umsatz-Quote seit 1995 mehr als verdoppelt

Und hohe Entwicklungs-Ausgaben haben beim Marktführer eine lange Tradition: „Intels F/E-Umsatz-Verhältnis ist in den vergangenen 20 Jahren signifikant gestiegen“, betonen die „IC Insights“-Analysten. Investierte der US-Mikroelektronik-Konzern im Jahr 1995 erst 9,3 Prozent seines Umsatzes wieder in die Forschung und Entwicklung, erreichte diese Quote im Jahr 2016 bereits 22,4 Prozent.

Die Mikroelektronik-Konzerne mit den höchsten Forschungs- und entwicklungs-Ausgaben weltweit. Abb.: IC Insights

Die Mikroelektronik-Konzerne mit den höchsten Forschungs- und entwicklungs-Ausgaben weltweit. Abb.: IC Insights

Bei Qualcomm fließt sogar 1/3 des Umsatzes in Forschung und Entwicklung

Getoppt wird Intel in dieser Hinsicht da nur vom fabriklosen Unternehmen „Qualcomm“: In absoluten Summen gibt der Zweitplatzierte in der Liste weit weniger für F/E aus als Intel, nämlich „nur“ 5,1 Milliarden Dollar. In Relation zum Umsatz sind das bei Qualcom aber 33,1 Prozent (!) vom Umsatz. Auf den weiteren Rängen folgen Broadcomm, Samsung und Toshiba.

Auch Foundries wie TSMC stecken mehr in eigene Entwicklungs-Aktivitäten

Bemerkenswert: Auf Platz 6 kommt inzwischen TSMC aus Taiwan. Und das mag man eben auch als ein Indiz für eine Verschiebung in der Branchen werten: Waren Auftragsfertiger wie TSMC früher kaum mehr als verlängerte Werkbänke ohne eigene Produkte, müssen inzwischen auch Chip-Foundry eigene F/E-Aktivitäten aufbauen, um die richtig lukrativen Aufträge von Apple & Co. an Land zu ziehen. Und dies trifft eben auch auf die TSMC zu, die innerhalb der Mikroelektronik-Foundries weltweit seit Jahren den ersten Platz behauptet.

Wachstum abgebremst

Allerdings hat sich die schwierige Marktlage im Halbleiter-Sektor in jüngster Zeit auch auf die F/E-Ausgaben niedergeschlagen: Die steigen zwar in der Top 10 weiter, aber nicht mehr so schnell wie früher. „Die Halbleiter-Konsolidierung war ein Faktor für die nur um ein Prozent gestiegenen F/E-Ausgaben des Jahres 2016, die aber ein Rekordniveau von 56,5 Milliarden Dollar erreicht haben“, heißt es in der „IC Insights“-Analyse. „Die geschrumpften Wachstumsraten korrespondieren auch mit der Umsatzschwäche in der Halbleiterbranche.“

Autor: Heiko Weckbrodt

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