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„Der Mann, der vom Himmel fiel“: Bowie als schönes, misshandeltes Super-Alien

Fällt ihm der abgehalfterte Chemieprofessor (Rip Torn) in den Rücken? Die Menschen haben Mühe, Mr. Newton (David Bowie, rechts) zu verstehen udn zu akzeptieren. Foto: Studiokanal.

Fällt ihm der abgehalfterte Chemieprofessor (Rip Torn) in den Rücken? Die Menschen haben Mühe, Mr. Newton (David Bowie, rechts) zu verstehen udn zu akzeptieren. Foto: Studiokanal.

Kult-Science-Fiction restauriert und nach dem Tod des Starmusikers auf Bluray veröffentlicht

Ein Mann, ein Alien (David Bowie) fällt im Nirgendwo vom Himmel. Vor den Menschen verbirgt er seine Mission, nennt sich Mr. Newton und baut mit seinem außerirdischen Wissen einen hochprofitablen Technologie-Konzern auf. Kurz bevor er sein neugewonnenes Geld einsetzen kann, um mit einem Raumschiff nach Hause zurückzukehren, fallen ihm seine Mitstreiter in den Rücken. Verdammt zur ewigen Jugend, verbringt er ein Leben in Gefangenschaft, misshandelt und gedemütigt, während er zusieht, wie alle um ihn herum altern… Der etwas experimentelle Science-Fiction -Streifen „Der Mann, der vom Himmel fiel“ war 1976 zunächst kein großer Kassenknüller, avancierte aber dann von Jahr zu Jahr mehr und mehr zum Kultfilm. Nach dem Tod des Musikers, Performers und Schauspielers David Bowie ist dieses originelle britische Werk nun hochaufgelöst restauriert und endlich ungeschnitten auf Bluray erschienen – samt einer sehr umfangreichen Bonus-Sektion.

Aufregend, verwirrend, intensiv

Dass „Der Mann, der vom Himmel fiel“ zunächst beim breiten Publikum nur mäßig ankam, verwundert nicht allzu sehr: Bowie war damals zwar schon ein bekannter Musik-Star und in seiner androgynen, manchmal fast tödlich wirkenden Schönheit eine Idealbesetzung für einen auf der Erde gestrandeten Außerirdischen. Aber Regisseur Nicolas Roeg drehte eben keinen klassischen Sci-Fi-Streifen, wie er damals üblich war. Er und sein Stab spielten vielmehr mit seltsam anmutenden Bildern, arbeiteten mit einer detailorientierten Kameraführung. Heraus kam ein Film, der intensiv, aufregend und verwirrend zugleich war.

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Visionäre Story

Aus heutiger Perspektive wirkt dieser Streifen stellenweise visionär: wie er den Aufstieg und die Macht von Technologiepionieren wie Steve Jobs oder Elon Musk vorweg nimmt, faltbare Bildschirme zeigt oder ökologische Katastrophen visualisiert. Und vor allem aber ist „Der Mann, der vom Himmel fiel“ eine zeitlose Geschichte über das Anders-Sein in einer Gesellschaft, in der Gier und Eigennutz zu den ersten Tugenden zählen.

Teil der Selbstinszenierung: David Bowie als Alien und Mr. Newton. Foto: Studiocanal

Teil der Selbstinszenierung: David Bowie als Alien und Mr. Newton. Foto: Studiocanal

Fazit: Ein Muss für den Filmfreund

Nicht nur für Bowie-Fans ist „Der Mann, der vom Himmel fiel“ schon fast ein Muss: Als wichtiges Zeugnis der Filmgeschichte, in seiner Bildsprache und Erzähltechnik und in vielen anderen Dingen setzte dieser Streifen Maßstäbe und wirkt – von wenigen Details abgesehen – heute noch genauso modern wie vor 40 Jahren. Sehr interessant ist auch die Bonussektion. Sie enthält eine Doku über den Film, vor allem aber spätere Interviews mit Schauspielern, Regisseur und Drehbuchautor sowie ein zeitgenössisches Interview mit David Bowie.

Autor: Heiko Weckbrodt

„Der Mann, der vom Himmel fiel“, Science Fiction, USA 1976, restaurierte 4K-Fassung auf Bluray: 2016, 13 Euro, Regie: Nicolas Roeg, mit David Bowie, Rip Torn und Candy Clark, FSK 16, 138 Minuten plus Bonusmaterial

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