News, Wirtschaftspolitik, zAufi
Schreibe einen Kommentar

Brexit & Vogelmist: Marx bricht sein Schweigen

Foto: CWE

Foto: CWE

Chemnitz, 28. Oktober 2016. Die Chemnitzer spannen Karl Marx für ihre Wirtschaftsförderung einspannen: Ab diesem Wochenende wird der sieben Meter hohe Karl-Marx-Kopf an der Brückenstraße anfangen zu sprechen – erstmals seit über 45 Jahren.

Nüschel philosophiert über Digitalisierung und Bärte

Marx werde „auf liebevoll-ironische Art über die großen Themen der heutigen Zeit philosophieren: Arbeit, Politik, Digitalisierung, Brexit, Kapital, Kunst, Toleranz“, kündigte die kommunale „Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE) an. „Aber auch ganz Alltägliches kommentiert der große Denker, wie etwa Vogelmist auf seinem steinernen Haupt oder Bartwuchs.“ Möglich machen dies Tontechnik und Beamer, die eine Lichtinstallation mit bewegten Lippen auf das Denkmal projizieren.

Video: Marx spricht:
 

40 Tonnen schwerer Bronzekopf in Leningrad gegossen

Der russische Bildhauer Lew Kerbel hatte das rund 40 Tonnen schweren Kopf-Porträt des kommunistischen Vordenkers Karl Marx für Chemnitz entworfen und in einem Leningrader Betrieb aus Bronze gießen lassen. Anlass war die Umbenennung von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt im Jahr 1953. Nach der Wende benannte sich die Stadt wieder zurück. Anders als viele andere Städte verbannten die Chemnitzer ihr Marx-Denkmal – im Volksmund meist „Nüschel“ (Kopf) genannt – aber nicht aus ihrer City.

Chemnitz präsentiert sich als unerkannter Champion

Die Installation ist Teil einer Aktion „Das Neue Leuchten“ der Wirtschaftsförderer, mit der sie Chemnitz als „Hidden Champion“ herausstreichen wollen. Sie möchten damit auch darauf aufmerksam machen, dass nicht nur Dresden und Leipzig die Leuchttürme und Wachstumsmetropolen von Sachsen sind, sondern auch Chemnitz wächst und viele Jobs generiert.

Unternehmen suchen 900 Fachkräfte

„Mit der Aktion unterstreicht die CWE das wachsende Selbstbewusstsein der Chemnitzer und ihrer Stadt“, erklärte CWE-Chef Sören Uhle. Nach Jahren der Abwanderungen wachse die Stadt wieder. Im vergangenen Jahr zählte Chemnitz 29.226 Zuzüge bei 22.884 Wegzügen – ein Zuzugsüberschuss von rund 6.300 Einwohnern. „Gleichzeitig gibt es immer mehr Arbeit und die Arbeitslosigkeit sank in den vergangenen fünf Jahren um rund ein Viertel auf derzeit 8,5 Prozent. Allein 2016 suchten Chemnitzer Unternehmen rund 900 Fachkräfte“, betonen die Wirtschaftsförderer. Neben der Lichtinstallation am Marx-Schädel werden daher in der Innenstadt auch Stellenanzeigen örtlicher Unternehmen an die Rathaus-Wände projiziert.

Das „Neue Leuchten“ hat am Sonnabend und Sonntag (29. und 30. Oktober 23016) jeweils von 18 bis 22 Uhr Premiere.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.