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Aus Vattenfall-Braunkohle wird tschechische LEAG

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Braunkohle-Kraftwerk Boxberg in der Oberlausitz. Foto: Vattenfall

Neue tschechische Eigner sehen gute Chance für umstrittenen Energieträger

Cottbus/Dresden, 11. Oktober 2016. Die ehemalige Vattenfall-Braunkohlesparte in Ostdeutschland firmiert ab sofort als LEAG (Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG). Das teilten die neuen tschechischen Eigentümer mit. Mit dem neuen Namen wolle man die Verbundenheit mit der Lausitz herausstreichen, in der die rund 8000 LEAG-Mitarbeiter verwurzelt seien, hieß es.

EPH hofft bald wieder auf „auskömmliche Preise“ für Braunkohle-Strom

Die „Energetický a Průmyslový Holding“ (EPH) und „PPF Investments“ aus Tschechien hatten die Braunkohle-Tagebaue und Kraftwerke kürzlich vom schwedischen Vattenfall-Konzern gekauft, weil sich die Skandinavier mit der gesellschaftlich und ökologisch umstrittenen Braunkohle nicht länger herumärgern mochten. Die Tschechen sehen dagegen gute Perspektiven für den fossilen Energieträger: „Die Braunkohle ist ein preiswerter, sicher verfügbarer und gut kalkulierbarer Energieträger“, betonte EPH-Vorstand Jan Springl. „Wir glauben fest daran, dass wir in Zukunft – spätestens nach dem Abschalten weiterer Kernkraftwerke – wieder auskömmliche Preise für erzeugten Strom sehen werden und der Wert der Braunkohle steigen wird.“

Tagebaue, Kraftwerke und 8000 Leute von den Schweden übernommen

Die LEAG betreibt in der Lausitz die Tagebaue Jänschwalde, Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde und entwickelt in den kommenden Jahren den ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord zum Cottbuser Ostsee, dem größten künstlichen Gewässer in Deutschland. Zu ihrem Kraftwerkspark gehören die Kraftwerke Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg in der Lausitz sowie ein 50-prozentiger Anteil am Kraftwerk Lippendorf in Mitteldeutschland. Insgesamt haben sie eine installierte Leistung von mehr als 8000 Megawatt und verdoppeln damit nahezu die verfügbaren Erzeugungskapazitäten der EPH-Gruppe, die, zusammen mit der Belegschaft der LEAG, nun etwa 20.000 Mitarbeiter beschäftigt.

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