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„Mafia III“: Der Pate ist schwarz

Schwarz gegen Weiß in einer brutalen, rassistischen Welt. Abb.: BSF

Schwarz gegen Weiß in einer brutalen, rassistischen Welt. Abb.: BSF

Knackiges Freie-Welt-Actionspiel um Bandenkriege und Alltagsrassismus in den Südstaaten der Hippie-Ära

Mit „Mafia III“ hat die beliebte Actionspiele-Serie aus der Welt des organisierten Verbrechens nun einen würdigen Nachfolger gefunden: Hart, story-orientiert – und schwarz.

Vietnam-Veteran im Racherausch

Denn diesmal kämpfen wir uns nicht in der Prohibitions-Zeit als Italiener in der Ost- oder Westküsten-Mafia der USA hoch, sondern kehren als schwarzer Vietnam-Veteran Lincoln Clay in die Südstaaten-Stadt New Bordeaux der Hippie-Zeit zurück. Dort stolpert Clay mitten in die immer brutaleren Bandenkriege zwischen Schwarzen, Weißen, Haitianern und klassischen Mafiosi hinein. Der aus den Vorgängern bekannte Vito Scaletta hat hier nur eine Nebenrolle.

Die Grafikdetails in den Physiognomien sind in den Zwischensequenzen faszinierend. Abb.: Bildschirmfoto

Die Grafikdetails in den Physiognomien sind in den Zwischensequenzen faszinierend. Abb.: Bildschirmfoto

Als dabei sein Ziehvater getötet wird, beginnt Clay in seiner Wut einen blutigen Rachefeldzug. Der ist sehr actionlastig, ist in viele Missionen unterteilt, die sich mehrfach auch verzweigen. Und er trifft als Afroamerikaner immer wieder auf Alltagsrassismus: Wenn er beispielsweise in Weißenvierteln unterwegs ist, wird er immer wieder schief angesehen und die Passanten sind eher unkooperativ.

Video (2K):

Fetzige Rockmusik und klasse Oldtimer

Derlei Aspekte nicht auszusparen, gehört zu den typischen Stärken der „Mafia“-Reihe, die sich auch im Teil 3 wieder finden. Das beginnt bei der in Rückblenden, wie in einem Dokumentarfilm strukturierten Erzählweise, einer durchdachten und fesselten Story, geht weiter mit der knackigen Rockmusik der End-60er, den dynamischen Wetterwechseln und endet nicht erst bei den vielen Straßenkreuzer-Oldtimer, die wir fahren dürfen, während wir von Mission zu Mission gondeln – wobei gelegentlich auch exotischere Fahrzeuge wie Motorboote ins Spiel kommen. Vor allem die Story-Zwischensequenzen sind sehr stilsicher inszeniert – inklusive dreier möglicher Finale, die von den Entscheidungen des Spielers abhängen.

Die geheimnisvolle Cassandra läuft Lincoln schon bei einer seiner ersten Missionen über den Weg. Abb.: Bildschirmfoto

Die geheimnisvolle Cassandra läuft Lincoln schon bei einer seiner ersten Missionen über den Weg. Abb.: Bildschirmfoto

Riesige virtuelle Stadt

Für Langzeitspaß sorgt vor allem der zweite Hauptprotagonist neben Lincoln Clay,, nämlich die virtuelle Stadt New Bordeaux. Diese frei erkundbare, riesige Spiele-Stadt ist dem New Orleans der Hippie-Zeit nachempfunden und bietet fast unerschöpfliche Möglichkeiten, immer neue Details zu entdecken und ganz und gar in die Welt der Hippie- und Vietnamkriegs-Zeit einzutauchen.

Hier verscht Lincoln gerade, nach einem Banküberfall mit einem verletzten Kumpan über der Schulter zu entkommen. Abb.: Bildschirmfoto

Hier verscht Lincoln gerade, nach einem Banküberfall mit einem verletzten Kumpan über der Schulter zu entkommen. Abb.: Bildschirmfoto

Fazit: Mafia haut rein

Ein paar Anleihen bei anderen Action-Spielen sind auch wiederzuerkennen: Die Supersicht beispielsweise, mit der Lincoln durch Wände hindurch nahende Feinde und Sammelobjekte finden kann, erinnert doch sehr an „Crysis“. Aber abgesehen davon hat „Mafia III“ seinen ganz eigenen Oldschool-Stil, glänzt mit guter bis sehr guter Grafik, tollen Oldtimern und fetziger Rockmusik. Das hat allerdings seinen Speicherplatzpreis: Sechs (!) DVDs umfasst dieses Spiel und toppt damit alles, was wir bisher auf unserem Testtisch hatten. Und: Für minderjährige ist das Spiel nicht freigegeben, da selbst die „Helden“ stellenweise ziemlich brutal und moralisch anfechtbar vorgehen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Mafia 3 Abb.: 2K

Abb.: 2K

„Mafia III“, Action-Spiel nach dem „Freie Welt“-Prinzip, Entwickler: Hangar 13, Vertrieb: 2K, USK 18

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