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Die Schildkröte fliegt, der Sprengmeister schreibt

Sieht noch viel belletristisches Potenzial in und um Dresden: Verlegerin Katharina Salomo. Foto: Thomas Kretschel

Sieht noch viel belletristisches Potenzial in und um Dresden: Verlegerin Katharina Salomo. Foto: Thomas Kretschel

Dresdner Buchverlag schärft sein Profil

Dresden, 15. September 2016. Katharina Salomo will ihre Dresdner Verlagsgruppe umstrukturieren. Sie möchte auf einige Arabesken wie etwa Elben-Fantasy verzichten, dafür das literarische Programm auf drei Säulen konzentrieren. „Wir straffen das Programm“, kündigte sie im Oiger-Gespräch an.

Neuausrichtung mit drei Säulen

Die Neuausrichtung konzipiert sie derzeit noch mit Verlagssprecher Willi Hetze. Aber die Marschrichtungen sind schon absehbar: Innerhalb des Unternehmens „Salomo Publishing“ wird sich die Marke „Editia“ auf gehobene Unterhaltungsromane fokussieren. „Zwiebook“ publiziert Kurzprosa und junge Autoren, ist gewissermaßen der Entdecker-Verlag der Gruppe. Bewährt sich ein junger Schriftsteller dort, bekommt er die Chance, auch Romane und ähnliche Werke bei Editia zu veröffentlichen. Der ursprüngliche „Dresdner Buchverlag“ orientiert sich auf Sachbücher und Belletristik mit unmittelbarem Dresden-Bezug, die Salomo künftig verstärkt auch Touristen anbieten will.

Schöpferisches Moment für Dresdner Literaturszene

Generell werde die neue Struktur mehr als bisher herausstreichen, wofür der Dresdner Verlag stehe: Für hochwertige und für junge Literatur, betonten Salomo und Hetze. „Wir wollen ein generatives Moment für die Dresdner Literaturszene sein und dort auch neuen Schwung hineinbringen“, sagte Willi Hetze. Vielversprechende neue Autoren werde der Verlag beispielsweise auch über Poetry Slams und andere Veranstaltungsformate identifizieren.

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Abb.: Dresdner Buchverlag

Abb.: Dresdner Buchverlag

„Wenig und bös war die Zeit meines Lebens“

In nächster Zeit auf gute Verkaufserfolge hofft Verlegerin Salomo vor allem von einem neuen Bildband über das Dresdner Schloss Albrechtsberg und von der Biografie „Wenig und bös war die Zeit meines Lebens – Anna von Sachsen (1567-1613“, die Hans-Joachim Böttcher verfasst hat. Und im März 2017 erzählt Mario Sempf „Vom Hängen und Würgen“ über vergessene Richtplätze, Schand-Esel und andere Vollstreckungsorte im alten Dresden.

Möge die Phrasendrescherei beginnen

In der Reihe „junger Literatur“ unter der Marke „Zwiebook“ dürfen sich die Leser Ende Oktober auf „Fliegende Schildkröten“ von Lars Hitzing freuen: 22 Kurzgeschichten, in denen der Autor der Dresdner Lesebühne „Phrase4“ Unterwäsche-Werbung und geheime Rituale unter die Lupe nimmt.

Episoden aus dem Kita-Alltag

Neugierig darf man wohl auch auf „Warum ich keine Karriere gemacht haben“ und „Tränen, Semmeln, Frühaufsteher“ sein: Autor Konstantin Turra ist Sprengmeister und Erzieher und hat Kurzgeschichten u. a. aus dem Kita-Alltag aufgepinselt. Im Herbst 2017 folgt mit einem Kurzgeschichten-Band von Ulf Großmann ein bisher kaum bekannter Autor, der aber schon ganze Schubladen voll Manuskripte hat.

Willi Hetze. Foto: privat / Facebook-Profil

Willi Hetze. Foto: privat / Facebook-Profil

Was aus dem Menschen im Digitalzeitalter wird

Und wohl ebenfalls im Herbst 2017 wird wohl auch Willi Hetzes neuer Roman vorliegen: Hetze, der nicht nur Verlags-Sprecher, sondern eben auch Autor ist, hatte mit den „Katzenwegen“ bereits eine vielversprechende Kurzgeschichten-Sammlung publiziert. Seitdem schreibt er an einer Romanversion der titelgebenden Short Story, hat den Plot aber inzwischen stark weiter entwickelt, verriet Hetze schon mal. „Wenn man das in einer Schublade stecken will, wird es teils ein Entwicklungsroman, teils Science Fiction sein.“ Darin wolle er ausloten, was neue Technologien aus dem Menschen und aus der Gesellschaft machen können.

Autor: Heiko Weckbrodt

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