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Farbe, Zahncreme, Wodka: Die Tube wird 175

Fast alles gibts heute aus der Tube. Foto: Essel

Fast alles gibts heute aus der Tube. Foto: Essel

Dresden, 7. September 2016. Vor 175 Jahren ärgerte sich der amerikanische Maler John Rand derart über seine schon wieder eingetrockneten Farben, dass er eine bahnbrechende Erfindung der Moderne machte: Am 11. September 1841 meldete er in den USA ein Patent für eine Zinntube an. Eine spezielle Maschine füllte in Rands Metalltube Farbe ein. Und: Sie war mit einem Schraubdeckel verschließbar. Nach gängiger Geschichtsschreibung der Verpackungs-Branche war dies der Beginn des Tuben-Zeitalters.

1842 übernahm der englische Hersteller „Winsor & Newton“ Rands Idee. Er präsentierte auf der Londoner Weltausstellung von 1851 Tubenfarben für Künstler. Auf Europas künstlerische Entwicklung hatte diese Erfindung aus den USA enorme Wirkung: Erst durch die Möglichkeit, Ölfarben hinaus aufs Land nehmen zu können, ohne dass sie gleich eintrockneten, wurde die Freiluft-Malerei der französischen Impressionisten und anderer „Plein air“-Künstler erst möglich. „Die Farbtuben haben es uns ermöglicht, in freier Natur zu malen“, schätzte Auguste Renoir ein. „Ohne sie hätte es weder einen Cézanne noch einen Manet gegeben, auch nicht den Impressionismus.“

Inzwischen gibt es fast nichts, was nicht aus der Tube kommt: Zahncreme, Shampoo, Haarfärber, aber auch Lebensmittel wie Senf und Ketchup. Selbst Wodka aus der Tube gab es schon – abgefüllt von Essel in Dresden übrigens. hw

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