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Brasilien und Vietnam versorgen Deutschland mit Kaffee

Röster Ralf Salomo begutachtet den frisch gerösteten Kaffee. Foto: Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

Wiesbaden, 6. September 2016. Deutschland hat im ersten Halbjahr 2016 rund 609.000 Tonnen Kaffee, aber nur etwa 29.500 Tonnen Tee importiert. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute mitgeteilt.

Damit stiegen die Kaffee-Einfuhren in die Bundesrepublik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 %, die Tee-Importe um 8,4 %. Haupt-Kaffeelieferanten waren Brasilien mit 182.000 Tonnen und Vietnam mit 157.000 Tonnen. Den Tee bezog Deutschland vor allem aus China und Indien.

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1 Kommentare

  1. Bernd Junghans sagt

    Für die jüngeren und westdeutschen Leser ist es vielleicht interessant zu erfahren, dass Vietnam dank der DDR zu einem Hauptexporteur von Kaffee wurde. In der DDR war wegen chronischen Devisenmangels 1977 eine Kaffee-Versorgungskrise ausgebrochen, die die DDR durch den massiven Ausbau der Kaffeeproduktion in Vietnam zu lösen versuchte. Wikipedia schreibt dazu: „In den Jahren 1980 und 1986 wurden unter dem Eindruck der Kaffeekrise des Jahres 1977 zwei Regierungsabkommen zwischen der DDR und Vietnam geschlossen. Die DDR lieferte die Ausrüstung und die Maschinen, die für den Aufbau nötig waren, erhöhte die bewirtschaftete Fläche von 600 auf 8600 Hektar und schulte einheimisches Fachpersonal auch in der DDR im Pflanzenbau.[Insbesondere lieferte die DDR für das neugegründete Kombinat Viet-Duc LKW, technische Geräte, Bewässerungssysteme und baute in Dray Linh für den Gegenwert von 20 Millionen US-Dollar ein Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung. Für 10.000 von der Küste umgesiedelte Menschen, die für Anbau und Ernte eingeplant waren, baute die DDR Häuser, Hospitäler und Läden. Die DDR sollte als Gegenwert über den Zeitraum von 20 Jahren die Hälfte der gesamten vietnamesischen Kaffee-Ernte bekommen. Doch Kaffee braucht vom Anpflanzen bis zur Ernte acht Jahre. Im Jahr 1990 sollte es die erste verwertbare Ernte geben. Vietnam gelang es nach 1990, sich sehr bald auf dem Weltmarkt als zweitgrößter Anbieter nach Brasilien zu etablieren und insbesondere traditionelle afrikanische Kaffeeanbauländer vom Markt zu verdrängen.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Kaffeekrise_in_der_DDR)

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