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Melexis gründet Chipzentrum in Dresden

melexis ist auf "Mixed Signal"-Elektronik vor allem für Automobile spezialisiert. Nun haben die Belgier ein Entwicklungszentrum in Dresden gegründet. Foto: Melexis

melexis ist auf „Mixed Signal“-Elektronik vor allem für Automobile spezialisiert. Nun haben die Belgier ein Entwicklungszentrum in Dresden gegründet. Foto: Melexis

Belgisches Halbleiter-Unternehmen übernimmt Ingenieure vom geschlossenen Atmel-Entwicklungszentrum

Dresden, 29. August 2016. Das Halbleiter-Unternehmen Melexis hat ein neues Chipdesign-Zentrum in Dresden eingerichtet. Das hat Finanzmanager Christian Troyke auf Anfrage bestätigt. Die belgische Mikroelektronik-Firma will im „Micropolis“-Komplex in Klotzsche vor allem Schaltkreise für Fahrzeugelektronik entwickeln.

Schwerpunkt Automobil-Schaltkreise

Zum Start hat das neue Zentrum zunächst 14 Mitarbeiter angestellt. In naher Zukunft soll die Belegschaft auf 25 bis 30 Beschäftigte wachsen. Die Belgier übernehmen dafür zahlreiche Ingenieure des kürzlich geschlossenen Atmel-Entwicklungszentrums Dresden. Der US-Konzern Atmel und dessen Mutter „Microchip Technology“ hatten ihr sächsisches Zentrum für Zigbee-Funkchips Anfang Mai dicht gemacht und allen 38 Ingenieuren gekündigt. Melexis will nun einen wesentlichen Teil dieser Experten für seinen neuen Standort an der Wetterwarte in Dresden-Klotzsche gewinnen.

Zigbee-Platine von Atmel. Foto: Atmel

Zigbee-Platine von Atmel. Foto: Atmel

„Nach sorgfältiger Abschätzung haben wir entschieden, dass Dresden ein ausgezeichneter Standort ist, um unsere Entwicklungskapazitäten zu erweitern und zu stärken“, betonte Melexis-Entwicklungsmanager Marc Biron. „Wir haben Dresden für unser neues Entwicklungszentrum aufgrund seiner sehr guten Infrastruktur gewählt, welche sich mit unseren Anforderungen und Ansprüchen deckt.“ Darüber hinaus hoffen das Unternehmen, hier technisch versiertes Personal zu gewinnen und „vom beeindruckenden universitären Umfeld der Stadt und deren Reputation zu profitieren, indem wir zukünftig Zugang zu hochtalentierten Akademikern und Universitätsabsolventen bekommen.“

Wirtschaftsförderung schaltete sich nach Aus für Atmel Dresden ein

Auch die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) hatte sich eingeschaltet, um die Ansiedlung zu ermöglichen. „Nach Bekanntwerden der Schließung des Atmel-Entwicklungszentrum hat die WFS aktiv versucht, eine Lösung für die Mitarbeiter des Unternehmens zu finden“, informierte Sprecherin Sylvia Weiß. „Die Direktansprache von Melexis erwies sich schließlich als erfolgreich.“

Wer ist Melexis?

Melexis (früher „Elex“ genannt) wurde 1988 in Belgien gegründet. Das Unternehmen ist vor allem auf Sensoren sowie Chips spezialisiert, die sowohl analoge wie auch digitale Signale verarbeiten können. Melexis entwickelt die Chips, stellt sie aber nicht selber her, sondern vergibt diese Aufträge an Foundries (Auftragsfertiger). Hauptabnehmer der Sensoren, Optoelektronik, Funk-Chips und Mikro-Stellglieder sind die Automobilindustrie, Medizintechnik-Firmen, Haushaltsgeräte-Hersteller und Anbieter von Gebäude-Steuerungen.

 

Mehrheits-Eigner ist – wie bei X-Fab – die Xtrion-Holding

Der Mikroelektronik-Hersteller aus Ypern wächst seit geraumer Zeit spürbar, zuletzt lagen die Steigerungsraten bei zwölf Prozent jährlich. 2015 kam Melexis laut eigenen Angaben erstmals über 400 Millionen Euro Umsatz. Zum Vergleich: 2011 lag der Umsatz noch bei 231 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 1100 Mitarbeiter in 14 Ländern. Ähnlich wie die X-Fab Erfurt, die auch in Dresden ein Digital-Analog-Chipwerk betreibt, gehört Melexis mehrheitlich der belgischen Finanz-Holding „Xtrion“.

Autor: Heiko Weckbrodt

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