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Dr. Zyklop schrumpft euch alle!

Skrupelloser Wissenschaftler: Albert Dekker als zylopischer Dr. Thorkel. Abb.: Paramount/ Koch

Skrupelloser Wissenschaftler: Albert Dekker als zylopischer Dr. Thorkel, der mit seinen radioaktiven Strahlen erst Tiere, dann Menschen schrumpfen lässt. Abb.: Paramount/ Koch

Science-Fiction-Klassiker von 1940 nun auf DVD erschienen

Mit „Dr. Zyklop“ hat das deutsche Medienunternehmen „Koch“ nun einen fast vergessenen Film-Klassiker auf DVD veröffentlicht. In diesem Science-Fiction-Film über einen durchgedrehten Wissenschaftler, der mit radioaktiver Strahlung Menschen und Tiere schrumpft, hatte Regisseur Ernest B. Schoedsack („King Kong und die weiße Frau“) im Jahr 1940 seine Vorreiterrolle als Tricktechnik-Pionier in Hollywood erneut unter Beweis gestellt. Heute ist diese frühe Special-Effects-Werk indes kaum noch bekannt.

Radioaktiver Fluch oder Segen?

Die Story mutet heute ein bisschen trashy an, hatte 1940 aber einigen Neuigkeitswert, nahm sie doch eine Frage auf, das damals noch jung war und viele Menschen stark bewegte: Sind radioaktive Strahlen Segen oder Fluch?

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Verschrobener Forscher schrumpft seine Kollegen

Und so zeigt uns Schoedsack hier mit Dr. Thorkel (Albert Dekker, „Der Mann mit der eisernen Maske“) einen Forscher, der seine Wissenschaft über alles stellt – auch über Menschenleben. Als sich Kollegen für seine mysteriösen Mineralien-Analysen im Dschungel von Peru interessiert, schrumpft er die Gruppe kurzerhand auf Däumlings-Größe. Denn wie sich herausstellt, hat Dr. Thorkel (alias der Zyklop) einen Weg gefunden, radioaktive Strahlung so zu bündeln, dass er damit Lebewesen dramatisch verkleinern kann.

Auch in der Kleidung, die sich die Winzlinge da zurechgeschnitten haben, spielt "Dr. Zyklop" auf die Odysseus-Geschichte an. Als bahnbrechend galt damals die Tricktechnik. Abb.: Paramount/ Koch

Auch in der Kleidung, die sich die Winzlinge da zurechgeschnitten haben, spielt „Dr. Zyklop“ auf die Odysseus-Geschichte an. Als bahnbrechend galt damals die Tricktechnik. Abb.: Paramount/ Koch

Odysseus lässt grüßen

Ähnlich wie Odysseus und seine Gefährten einst gegen den Zyklopen Polyphem kämpften, müssen nun auch die Mini-Forscher gegen den bebrillten und nun riesig wirkenden Zyklopen-Doktor antreten. Aber auch jedes Huhn und jedes Insekt wird plötzlich für die kleinen Menschen zum kaum überwindbaren Gegner…

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Effekte im Vordergrund

„Dr. Cyclops“ (so der Originaltitel der Paramount-Studios) behandelt letztlich die an sich spannende Frage nach der Verantwortung der Wissenschaftler im herandämmernden Atom-Zeitalter doch nur sehr oberflächlich. Schoedsack hat sich 1940 stark auf die Strahlkraft der damals noch jungen Technicolor-Farbfilme und seine Trickeffekte verlassen, um das Publikum zu bannen.

Fazit: Schmäckerchen für Cineasten

Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum sich der Zyklopen-Doktor nicht so sehr ins populärkulturelle Kollektivbewusstsein eingeprägt wie „King Kong“, „Nosferatu“ oder „Metropolis“ – obwohl er so erfolgreiche Filme wie „Reise ins Ich“ und „Liebling ich habe die Kinder geschrumpft“ vorwegnahm. Dennoch lohnt es sich für Cineasten und zeitgeschichtlich Interessierte, diese DVD-Auflage zu sichten, spiegelt „Dr. Zyklop“ doch Filmgeschichte und Zeitgeist gleichermaßen. Nette Schmäckerchen finden sich auch in der Bonus-Sektion der DVD: Neben alten Werbeplakaten und einem Audiokommentar findet sich da eine drastisch auf 15 Minuten zusammengeschnittene, einfarbige Filmversion, die fürs Heimkino auf Super-8-Film veröffentlicht wurde. Autor: Heiko Weckbrodt

„Dr. Zyklop“ , Science-Fiction-Film, USA 1940 (DVD: 2016), Regie: Ernest B. Schoedsack, mit Albert Dekker, Thomas Coley, Janice Logan, Charles Halton, 77 Minuten, Farbe, FSK 16, DVD 13 Euro

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