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TSMC plant Chipproduktion mit Röntgen-Litho ab 2020

Bisher gibt es weltweit erst ganz wenige EUV-Chipbelichter. Hier ist der Scanner von ASML aus den niederlanden mit visualisiertem Strahlengang durch die Röntgenspiegel zu sehen. Foto: ASML

Bisher gibt es weltweit erst ganz wenige EUV-Chipbelichter. Hier ist der Scanner von ASML aus den niederlanden mit visualisiertem Strahlengang durch die Röntgenspiegel zu sehen. Foto: ASML

Taipeh, 14. Juli 2016. TSMC wird die Chipbelichtung mit weichem Röntgenlicht – die sogenannte EUV-Lithografie – etwa ab dem Jahr 2020 in seinen Chipfabriken in Taiwan einsetzen. Das berichtet der Branchendienst „EE Times“ unter Berufung auf TSMC-Vizechef Mark Liu. Die teuren EUV-Belichter sollen demnach bei der Produktion von 5-Nanometer-Chips zum Einsatz kommen.

TSMC ist der weltweit größte Auftragsfertiger (Foundry) für Mikroelektronik. Die Taiwanesen haben bisher zum Beispiel Chips für Apple und Nvidia gefertigt, aber auch für viele andere Elektronik-Unternehmen ohne eigene Fabriken. Neben Intel gehört dieser Konzern zu den wenigen ganz großen Halbleiter-Produzenten, bei denen der Einsatz der noch recht teuren und energiehungrigen EUV-Anlagen lohnen könnte.

1 Kommentare

  1. Bernd Junghans sagt

    Wie kann eine einzelne Halbleiterfirma eines so kleinen Landes wie Taiwan (weniger als 1/3 der Bevölkerung Deutschlands) so massiv in die Zukunft investieren? Die Antwort erhält man, wenn man in die Bücher von TSMC schaut. Nach jüngsten Berichten über ihre Geschäftsergebnisse (https://www.semiwiki.com/forum/f302/tsmc-reports-second-quarter-eps-nt$2-80-a-8071.html?s=f9af66652e249dffc9932f677dbf8579) hat TSMC allein im 2. Quartal diesen Jahres 6,8Mrd US$ Umsatz bei einer Bruttogewinnspanne von 51% gemacht und kündigt weitere Steigerungen für das 3. Quartal mit rund 7,7Mrd US$ Umsatz bei einer unveränderten Gewinnspanne von 50 – 52% an. Damit kann sich die Firma angekündigte Investitionen in Höhe von 10Mrd US$ in diesem Jahr leisten. Das ist genau die Summe, die Europa – wenn auch nicht in einem Jahr, sondern über Jahre verteilt – brauchte, um den Kampf um den Wiederanschluss an die technologische Weltspitze aufzunehmen. Stattdessen liefern sich die europäischen Halbleiterhersteller einen Kampf mit chinesischen Billigstanbietern im Bereich veralteter Technologien um die niedrigsten Preise. Das führt natürlich zur Forderung, um jeden Preis Kosten einzusparen, was am einfachsten über Personalabbau gelingt. So verliert Europa weiter an Boden in der wichtigsten Schlüsseltechnologie für die digitale Revolution. Da helfen auch keine Sonntagsreden verschiedener Wirtschaftsminister über die entscheidende Rolle der Mikroelektronik für das Prestigeprojekt Industrie 4.0.

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