Forschung, News, zAufi
Schreibe einen Kommentar

Saubere Luft und Kohlebeton für den Wundermolch

Mit "City Trees", die feinstaub aus der Stadtluft filtern, und anderen Erfindungen aus Dresden präsentiert sich der Institutsverbund "Dresden Concept" bis Anfang Oktober in einer Freiluft-Ausstellung auf dem Neumarkt in Dresden neben der Frauenkirche. Foto: Heiko Weckbrodt

Mit „City Trees“ (links), die Feinstaub aus der Stadtluft filtern, und anderen Erfindungen aus Dresden präsentiert sich der Institutsverbund „Dresden Concept“ bis Anfang Oktober in einer Freiluft-Ausstellung auf dem Neumarkt in Dresden neben der Frauenkirche. Foto: Heiko Weckbrodt

Institutsverbund „Dresden Concept“ zeigt seine besten Forschungsprojekte neben der Frauenkirche

Dresden, 1. Juli 2016. Auf dem Neumarkt reinigt ab sofort eine neue künstliche Lunge die Luft im Stadtzentrum von Feinstaub und anderem Dreck. Denn die TU Dresden und 21 außeruniversitäre Institute und Einrichtungen des Forscherverbunds „Dresden Concept“ eröffnen am Montag ihre bisher größte Wissenschafts-Leistungsschau neben der Frauenkirche. „Wir wollen hier zeigen, woran wir forschen und dass Forschung für die Menschen da ist“, betonte TU-Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen. Und um diese Superausstellung so richtig „öko“ einzurahmen, hat die Dresdner Hochschul-Ausgründung „Green City Solutions“ ringsum acht „City Trees“ aufgestellt: Das sind großflächig mit Moos und Filterpflanzen umwachsene Stellwände, von denen jede die Luftreinigungskraft von 275 natürlichen Bäumen haben soll.

Wundersame Regeneration: Der Lurch Axolotl kann ganze Gliedmaßen nachwachsen lassen. Abb.: CRTD

Wundersame Regeneration: Der Lurch Axolotl kann ganze Gliedmaßen nachwachsen lassen. Abb.: CRTD

Axolotl und seine Nachwachs-Tricks

Die künstlichen Filterbäume sind indes nicht die einzigen Attraktionen der Freiluft-Ausstellung: Die Besucher können zum Beispiel den Axolotl-Lurch bestaunen, von dem sich die Genetiker in Dresden-Johannstadt solche Tricks wie nachwachsende Beine abzugucken versuchen. Nebenan darf man mit Scannern und Lupen in die Mikrowelten vorstoßen. Ein paar Meter weiter können Neugierige den in Dresden entwickelten Karbonfaserbeton ertasten, der ganz leicht ist und alten Häusern und Brücken neue „Lebenszeit“ spendiert. Nebenan zeigen die Uni-Elektroniker, wie die Zukunft der Computertechnik und des Mobilfunks aussieht.

TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen. Abb.: TUD

TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen. Abb.: TUD

Kooperationsmodell gilt inzwischen als „Blaupause“ für Deutschland

Die TU und die außeruniversitären Institute in der Stadt hatten vor sechs Jahren den Verbund „Dresden Concept“ gegründet, um sich enger zu vernetzen, große Projekte gemeinsam zu schultern und teure Forschungsgeräte zusammen zu nutzen. Dieses Konzept gelte inzwischen als vorbildhafte „Blaupause“ für ganz Deutschland, schätzte Rektor Müller-Steinhagen ein. Mit diesem Kooperationsmodell hatte die TU bereits in früheren Phasen der Bundes-Exzellenzinitiative gepunktet und will damit auch in der neuen Förderphase um Zuschüsse für Dresden werben.

Rund um die Uhr neben der Frauenkirche geöffnet

Unter den Dresdnern selbst sei der Verbund „Dresden Concept“ aber noch viel zu wenig bekannt, befanden die Partner und haben deshalb die dreimonatige Freiluft-Ausstellung auf dem Neumarkt organisiert. Die ist bis zum 3. Oktober täglich rund um die Uhr geöffnet. Tagsüber werden auch oft Wissenschaftler vor Ort sein, um Fragen von Neugierigen zu beantworten, versprach Koordinator Prof. Ludwig Schultz.

Hoverboard-Tester Ross McGouran mit dem schwebenden Suptraleit-Hoverboard. Foto: Lexus

Hoverboard-Tester Ross McGouran mit dem schwebenden Supraleit-Hoverboard. Die Supraleittechnik kam größtenteils aus Dresden. Foto: Lexus

Leider keine Schwebe-Hoverboards aus Dresden

Einen Schauwert vermisst man allerdings: Gerade die Beteiligung von Supraleit-Professor Schultz hatte eigentlich die Hoffnung auf eine ganz besondere Attraktion geschürt, die nun aber doch nicht in der „Dresden Concept“-Ausstellung zu sehen ist: Der ehemalige Chef des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden ist vor allem für seine schwebenden Bahnen bekannt. Und die IFW-Ausgründung „evico“ war wesentlich an der Entwicklung ziemlich cooler schwebender „Hoverboards“ beteiligt, die in Anlehnung an den Science-Fiction-Film „Zurück in die Zukunft II“ entwickelt wurden.

Autor: Heiko Weckbrodt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.