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Briten stimmen für Brexit

Ein Brexit, also ein EU-Austritt der Briten, würde auch Deutschland schaden und die EU strategisch ändern. meint ifo-Präsident Clemens Fuest. Montage: hw, Flaggenabb.: EU-Kommission, Wikipedia, UK, Public Domain

Die Briten haben am 23. Juni 2016 mit knapper Mehrheit für einen Brexit gestimmt. Montage: hw, Flaggenabb.: EU-Kommission, Wikipedia, UK, Public Domain

IWH: Jetzt nicht UK bestrafen

Halle/Dresden/London, 24. Juni 2016. Nachdem die Briten gestern Abend mit knapper Mehrheit von rund 52 % dafür gestimmt haben, aus der EU auszutreten („Brxit“), hat Reint E. Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), vor einer „Bestrafung“ Großbritanniens gewarnt: „Am Ende wird hoffentlich klar sein, dass beide Seiten von einer schnellen Einigung nur profitieren können“, betonte Gropp. Das Nein zur EU werde aber für beide Seiten teuer werden, auch für die EU, in der sich nun möglicherweise ein wirtschaftsfeindlicherer Kurs und Desintegrations-Erscheinungen Raum gewinnen könnten.

Pfund, Euro und DAX rutschen an Börse ab

Die Aktienmärkte haben wie erwartet heftig reagiert: Der DAX rutschte nach der Brexit-Nachricht am Morgen um 9 % ab, das Britische Pfund um 11 % und der Euro um 3,5 %.

Physiker: Brexit schadet auch wissenschaftlichem Austausch

Selbst die Physiker reagierten beunruhigt auf die Brexit-Entscheidung: „Zu einem Zeitpunkt, zu dem grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit mehr gebraucht wird denn je, verliert die EU einen wertvollen Partner“, hieß es heute von der „Deutschen Physikalischen Gesellschaft“ in Bad Honnef. Der Austritt Großbritanniens aus der EU werde „weitreichende Konsequenzen für deren Wissenschaft und die Universitäten haben, zumal der Zugang Großbritanniens zu den EU-Förderprogrammen nun deutlich schwerer fallen dürfte“. Ähnliches gelte für die Mobilität der britischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innerhalb Europas.

„Wir appellieren daher an die Regierung des Vereinten Königreichs sowie an die Verantwortlichen in der EU, den akademischen Austausch über die Grenzen hinweg weiterhin so reibungslos wie möglich zu gestalten“, erklärte DPG-Präsident Rolf Heuer.

Sachsen: EU braucht Veränderungen

Derweil hat auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) den Ausgang des Referendums bedauert, sprach sich zugleich aber auch für EU-Reformen aus. „Es wird nun sorgfältig über die Beziehung Großbritanniens zur Europäischen Union zu verhandeln sein. Wir sind auch nach dem Austritt zu konstruktiven Gesprächen über neue Formen einer engen Zusammenarbeit bereit. Wir verabschieden uns nicht – Großbritannien bleibt europäisch auch ohne die Europäische Union“; erklärte er, betonte aber auch: „Wir brauchen Veränderungen, damit die Europäische Union besser funktioniert. Dazu gehören vor allem klare Entscheidungsstrukturen und dort, wo es Sinn macht, wieder mehr Eigenverantwortung für die Mitgliedstaaten. Deshalb darf die Rückübertragung von Kompetenzen auf die Mitgliedsstaaten kein Tabu sein, da wo sich europäische Lösungen nicht bewährt haben.“

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