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Luftfahrt-Firma AOA Dresden wird 25

Michael Matz ist Standortchef der Luftfahrtfirma AOA in Dresden. Hier führt er ein System vor, das ganze Flugzeug-Frachträume mit nur sieben Litern Wassern löschen kann.. Foto: Heiko Weckbrodt

Michael Matz ist Standortchef der Luftfahrtfirma AOA in Dresden. Hier führt er ein System vor, das ganze Flugzeug-Frachträume mit nur sieben Litern Wassern löschen kann.. Foto: Heiko Weckbrodt

Kühlung, Bord-Toilette, Brandmelder: Kaum ein Flugzeug hebt ohne Technik der Dresdner ab

Dresden, 17. Juni 2016. Aus dem Traum der DDR vom Fliegen ist zwar nichts geworden. Aber über 50 Jahre, nachdem die Regierung das Strahlflugzeug „152“ wieder einstampfte, haben sich aus den Resten der ostdeutschen Flugzeugindustrie zahlreiche Unternehmen und Institute recht erfolgreich entwickelt. Viele davon sind Marktführer in hochtechnologischen Nischen. Eine von ihnen ist die AOA in Dresden-Klotzsche, die am Wochenende ihr 25- Jubiläum feiert. Die Dresdner AOA-Ingenieure und anderen Spezialisten entwickeln die Wasser- und Kühlsysteme für Airbusse und andere Flugzeuge, stellen sie her und testen sie unter Extrembedingungen in einer eigenen Prüfhalle.

„1991 haben wir das Unternehmen gegründet“, erinnert sich der Dresdner Standort-Chef Michael Matz, der zu DDR-Zeiten als Technologe in der Flugzeugwerft Klotzsche tätig gewesen war. Von Anfang an war die Dresdner Firma eine Tochter des Apparatebaus Gauting. „Aus zwei Mitarbeitern sind inzwischen 270 hier in Dresden geworden.“ Etwa ebensoviele sind bei der Gautinger Mutter tätig. Zusammen kommen beide Standorte auf rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz.

Anfangs wartete AOA Dresden die MiG-29-Jagdflugzeuge, die die Bundeswehr von der DDR-Luftwaffe übernommen hatte. Dann kamen immer mehr eigene Produkte hinzu, zunächst vor allem für Airbus-Flugzeuge: Bord-Toiletten, Wasserventile und –Tanks, Heizungen, Kühlungssysteme für die Essens-Trolleys, mit denen die Stewardessen die Mahlzeiten an die Passagiere ausreichen. Auch Brandmelde- und Löschsysteme haben die Dresdner entwickelt – ihr neuestes System kann einen den gesamten Frachtraum eines Großflugzeug mit nur sieben Litern fein verteiltem Wasser löschen. Zu den Kunden gehören neben Airbus inzwischen auch Boeing und Hersteller von Geschäfts-Jets. Anders gesagt: In einem Großteil der Flugzeuge, in die heutzutage ein Passagier steigt, kommt er oder sie in irgendeiner Weise mit AOA-Technik an Bord in Kontakt.

Heiko Weckbrodt

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