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Käsebazillen mit Schutzschild sollen strahlende Landschaften entgiften

Mikroorganismen mit Glutathion können  giftige Uran-Oxide leichter chemisch binden als andere Bakterien. Sie könnten künftig vielleicht ganze Uran-Altlastenhalden säubern. Foto und Montage:  Karim Fahmy, HZDR

Mikroorganismen mit Glutathion können giftige Uran-Oxide leichter chemisch binden als andere Bakterien. Sie könnten künftig vielleicht ganze Uran-Altlastenhalden säubern. Foto und Montage: Karim Fahmy, HZDR

Forscher aus Dresden und Bern designen Mikroorganismen mit Glutathion-Schild gegen Uran

Dresden, 6. Juni 2016. Einen Schutzschild gegen giftiges Uran haben Forscher aus Dresden-Rossendorf und Bern entdeckt. Das hat das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) am Montag mitgeteilt. Zwar schützt das aus drei Aminosäuren konstruierte Molekül „Glutathion“ nur Mikroorganismen gegen das Atombomben-Metall. Doch auch damit ist schon viel gewonnen: Glutathion-gepanzerte Käsebakterien könnten nämlich künftig eingesetzt werden, um verstrahlte Landschaften von Uran zu säubern.

Die HZDR-Forscher hatten mit Kollegen der Uni Bern Käsebakterien („Lactococcus lactis“) künstlich mit Zellfabriken für Glutathion ausgestattet. Danach hatten sie den Wärmehaushalt der bakteriellen Zellen sehr genau ausgemessen. Dabei zeigte sich: Die glutathion-geschützten Zellen wucherten nicht, sondern wurden heiß und verarbeiteten das Uran wie im Fieber, bauten es in ihre Moleküle ein und neutralisierten so die chemischen Eigenschaften des Schwermetalls. Dieser Effekt könnte künftig genutzt werden, um mit Designer-Bakterien uran-verseuchte Halden im Erzgebirge und anderswo per Mikroorganismus-Ernte zu entgiften.

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