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Blick in den Planetenkern

Roland Sauerbrey. Foto: HZDR, Oliver Killig

Roland Sauerbrey. Foto: HZDR, Oliver Killig

Helmholz-Zentrum und TUD arbeiten zusammen an weltweit einzigartigem Flüssigmetall-Kern

Dresden, 24. Mai 2016. Universitäre und außeruniversitäre Forscher arbeiten in Dresden eng zusammen, um eine weltweit einzigartige Experimentier-Anlage zu konstruieren: Für rund 24 Millionen Euro baut das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) derzeit mit mathematischer Schützenhilfe der Technischen Universität Dresden (TUD) den „DRESDYN“ (Dresdner Dynamo). Diese frei rotierbare Flüssigmetall-Kapsel soll ab 2018 bisher ungelöste astrophysikalische Rätsel lösen. Dazu gehört die Frage, wie in den heißglühenden Kernen junger Planeten plötzlich Magnetfelder zünden und warum sie sich – wie bei unserer Erde – später immer wieder umpolen können.

Skizze des Dresdyn mit dem Flüssigmetallkern (Zylinder in der Mitte) und den Dreh- und Taimel-Vorrichtungen (farbig). Abb.: HZDR

Skizze des Dresdyn mit dem Flüssigmetallkern (Zylinder in der Mitte) und den Dreh- und Taimel-Vorrichtungen (farbig). Abb.: HZDR

„Neuland betreten“

Für die komplizierte Konstruktion des mechanisch und sicherheitstechnisch anspruchsvollen Apparates bekam das Zentrum Hilfe von den Maschinenbau-Experten der Uni. Als sehr wertvoll hat das HZDR insbesondere die „Berechnungen für die Auslegung von DRESDYN“ eingestuft, die Prof. Michael Beitelschmidt vom TUD-Lehrstuhl für Dynamik und Mechanismentechnik mit seiner Gruppe realisiert hat. „Mit ihren Berechnungen haben die Kollegen Neuland betreten“, ist der wissenschaftliche HZDR-Direktor Prof. Roland Sauerbrey überzeugt.

Michael Beitelschmidt. Foto: TUD

Michael Beitelschmidt. Foto: TUD

Komplexe Belastungen für den Planetenkern-Simulator erwartet

„Der DRESDYN-Behälter wird im Betrieb extrem komplexen Belastungen ausgesetzt sein“, erläuterte Prof. Michael Beitelschmidt auf Anfrage. Aus den Experimentalideen der Rossendorfer Physiker eine funktionierende Anlage zu berechnen, die der TÜV am Ende auch abnimmt, sei eine Spezialität der universitären Ingenieure. „Gerade auch weil wir dieses Gespür für die Wünsche der Physiker haben, war die Arbeitsatmosphäre gut“, sagte Professor Beitelschmidt. „Wir haben die Zusammenarbeit als sehr positiv empfunden.“

Helmholtz kooperiert bei Exzellenz-Initiative der Uni

Generell sei die Zusammenarbeit mit den TUD-Kollegen sehr gut, betonte auch Roland Sauerbrey. Er schätzte den Exzellenz-Kurs der Uni als sehr vielversprechend ein. „Wir als HZDR sind schon jetzt in jedem Exzellenz-Cluster der TU mit vertreten und arbeiten daran, dass sich dies auch in der nächsten Exzellenz-Runde so fortsetzt“, sagte der wissenschaftliche Direktor.

Sollte die TU Dresden also in der nächsten Förderrunde des Bundes zum Zuge kommen – was inzwischen auch nach Einschätzung der sächsischen Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) als wahrscheinlich gilt –, dann „ist das auch für uns ein Standort-Vorteil“, sagte Roland Sauerbrey. Autor: Heiko Weckbrodt

Hinweis: Dieser Beitrag ist ursprünglich im Uni-Journal der TU Dresden erschienen und hier im Netz zu finden.

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