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Ifo-Forscher: Ostdeutsche Wirtschaft wird Westen nie einholen

Sehen die ostdeutschen Chancen, den Westen einzuholen, inzwischen sehr skeptisch: Prof. Joachim Ragnitz (links) und Prof. Marcel Thum vom ifo-Institutsteil in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Sehen die ostdeutschen Chancen, den Westen einzuholen, inzwischen sehr skeptisch: Prof. Joachim Ragnitz (links) und Prof. Marcel Thum vom ifo-Institutsteil in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Nur Wachstumszentren wie Jena, Berlin und Dresden legen noch zu

Dresden, 13. Mai 2016. Die Wirtschaftskraft und damit wohl auch der Lebensstandard von Ostdeutschland wird sich wahrscheinlich niemals flächendeckend an das Westniveau angleichen. das hat Prof. Joachim Ragnitz von der Dresdner Niederlassung des „ifo“-Instituts prognostiziert. „Wachstumskerne wie Jena, Berlin oder Dresden werden sicher weiter aufholen, andere Regionen aber wohl nie“, sagte er.

Kein Grund zur Bestürzung: In Italien ist es nicht anders

Dies sei freilich kein Grund, überrascht oder bestürzt zu sein, betonte der Wirtschaftsforscher. Er verwies beispielhaft auf die ökonomischen Unterschiede innerhalb Italiens zwischen dem Norden und dem Süden oder auch auf die Differenzen innerhalb deutscher Bundesländer wie Bayern oder Hessen: Ohne Wachstumszentren wie München oder Frankfurt am Main würden diese Länder auch weit weniger stark dastehen.

Seit Jahrtausendwende holt Osten kaum noch auf

War die Wirtschaftskraft – gemessen zum Beispiel in Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Berufstätigen oder pro Einwohner – in den Jahren nach der politischen Wende in Ostdeutschland noch recht stark gewachsen, hat sich dieser Prozess etwa seit der Jahrtausendwende so stark verlangsamt, dass fast überhaupt keine Annäherung mehr an das Niveau der „Alten Bundesländer“ zu sehen ist. In ihrer jüngsten Konvergenz-Prognose hatten die Dresdner ifo-Forscher geschätzt, dass es in diesem Tempo etwa 70 Jahre dauert, bis der Osten den Westen eingeholt hat.

Autor: Heiko Weckbrodt

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