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TU Dresden will mehr Exzellenz-Projekte

Die TU Dresden hat einen Großteil ihrer Forschungen an der Elektronik der Zukunft im Exzellenz-Cluster cfaed konzentriert. Die Forscher dort hoffen, dass es auch in der nöchsten Vergaberunde Exzellenz-Millionen für ihre Arbeit gibt. Foto: Jürgen Lösel, TU Dresden

Die TU Dresden hat einen Großteil ihrer Forschungen an der Elektronik der Zukunft im Exzellenz-Cluster cfaed konzentriert. Die Forscher dort hoffen, dass es auch in der nächsten Vergaberunde Exzellenz-Millionen für ihre Arbeit gibt. Foto: Jürgen Lösel, TU Dresden

„Härtester Wettbewerb“ erwartet

Dresden, 2. Mai 2016. Der Dresdner Uni-Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen rechnet in der 3. Exzellenz-Förderrunde des Bundes mit dem bisher härtesten Wettbewerb der über 100 Unis in Deutschland. Die Dresdner wollen sich mindestens ein neues Forschungs-Cluster sichern und einen neuen Zuschlag als Exzellenz-Uni einheimsen.

Rektor Hans Müller-Steinhagen sieht für die TU Dresden "große Chancen, Exzellenzuniversität zu bleiben". Foto: Heiko Weckbrodt

Rektor Hans Müller-Steinhagen sieht für die TU Dresden „große Chancen, Exzellenzuniversität zu bleiben“. Foto: Heiko Weckbrodt

Planvorgabe: Mindestens ein neues Cluster, besser drei

Damit sich die Technische Universität Dresden (TUD) international weiter profilieren und mehr weltweit herausragende Forschungs-Schwerpunkte aufbauen kann, wird sich die Uni-Leitung in der nächsten Exzellenz-Förderrunde des Bundes um mehr Projekte als bisher bewerben: Einerseits möchte sich das Kollegium für das Jahr 2019 um einen erneuten millionenschweren Zuschlag als Exzellenz-Universität bemühen. Andererseits fördert der Bund bisher erst zwei Exzellenz-Cluster in Dresden: das Zentrum für regenerative Therapien „CRTD“ und das Zukunftselektronik-Zentrum „cfaed“. Bis zum kommenden Frühjahr wollen die TUD-Wissenschaftler nun weitere zwei bis drei Projektideen auswählen und dann dafür niet- und nagelfeste Förderanträge formulieren, kündigte TUD-Rektor Müller-Steinhagen heute an.

Prof. Elly Tanaka vom Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) erforscht die Stammzellen des Axolotl. Der Lurch kann nämlich vollständige Gliedmaßen und Organe nachwachsen lassen. Ziel der CRTD-Forscher ist es, regenerative Therapiemöglichkeiten beim Menschen zu entwickeln. Foto: Dresden Marketing GmbH

Prof. Elly Tanaka vom Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) erforscht die Stammzellen des Axolotl. Der Lurch kann nämlich vollständige Gliedmaßen und Organe nachwachsen lassen. Ziel der CRTD-Forscher ist es, regenerative Therapiemöglichkeiten beim Menschen zu entwickeln. Foto: Dresden Marketing GmbH

Software, Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaft im Fokus

In Summe könnte dies der Uni zwischen 16 und 65 Millionen Euro zusätzliche Mittel pro Jahr einbringen. Neben Mikroelektronik und Medizin will die Uni-Leitung durch die neuen Projektanträge vor allem Software-Entwicklungen, ausgewählte natur- und ingenieurwissenschaftliche sowie ökologische und – zumindest in Teilen – auch geisteswissenschaftliche Forschungen in Dresden stärken. Außeruniversitäre Einrichtungen wie das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf sollen mit an Bord sein.

Wasser-Thema erst mal abgewählt

Von der ursprünglichen Idee, auch für das Forschungsthema „Ressource Wasser“ einen Exzellenz-Antrag zu stellen, haben sich Hans Müller-Steinhagen und seine Kollegen inzwischen getrennt: In diesem Sektor sei die Basis an der TUD noch nicht stark genug, räumte der Rektor auf Oiger-Nachfrage ein. Daher werde sich die Uni erst einmal um einen wasserwirtschaftlichen Sonderforschungsbereich der „Deutschen Forschungsgemeinschaft“ (DFG) bemühen, um hier exzellente Expertise aufzubauen.

Großes Gerangel der 106 deutschen Unis um Fördertöpfe

Denn Professor Müller-Steinhagen rechnet auch mit einem besonders harten und breiten Wettbewerb der 106 deutschen Universitäten in der nächsten Exzellenzförder-Runde von Bund und Ländern. Daher sei es sinnvoll, wenn sich die TU Dresden nur mit Projektideen bewerbe, für die sie bereits Stärken aufgebaut und realistische Chancen auf einen Zuschlag habe. Einen gemeinsamen Cluster-Antrag mit einer anderen sächsischen Uni könne er sich auch vorstellen.

In Zukunftselektronik und regenerativen Therapien bestimmt TUD heute schon die Spitze mit

Im Zuge der Exzellenzinitiative des Bundes erhält die TU Dresden bereits heute zusätzliche Mittel: Einerseits wurde sie in der zweiten Runde als einzige Uni in den ostdeutschen Flächenländern als Exzellenz-Universität anerkennt. Außerdem bekommt sie Zuschläge für ausgewählte Exzellenzprojekte: die Cluster „cfaed“ und „CRTD“ sowie eine Graduiertenschule.

Zum Weiterlesen:

Gute Chance auf neue Exzellenz-Millionen für Sachsens Unis

Cfaed sucht auf mehreren Pfaden nach Nanoelektronik der Zukunft

Sachsen sagt Finanzierung für CRTD zu

2019 verteilen Bund und DFG neu

Diese Gelder fließen per Verlängerungs-Entscheid vorerst weiter, nämlich bis 2018. Im Folgejahr verteilen die DFG und der Bund dann die Exzellenzgelder neu. Insgesamt stehen in der dritten Exzellenzrunde jährlich deutschlandweit 533 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sollen acht bis elf besonders exzellente Universitäten insgesamt 148 Millionen Euro Querschnitts-Fördergelder (also zehn bis 15 Millionen Euro pro Uni) bekommen. Außerdem soll es etwa 385 Millionen Euro pro Jahr für 45 bis 50 (bisher: 43) exzellente Forschungscluster geben. Pro Cluster wollen die Geldgeber zwischen drei und zehn Millionen Euro gewähren.

Der Exzellenz-Zeitplan

Hier will die TUD wieder mit dem Zukunftselektronik-Zentrum Cfaed und dem medizinischen Zentrum CRTD ins Rennen gehen und außerdem mindestens ein weiteres neues Exzellenz-Cluster einwerben, so die Zielansage von Hans Müller-Steinhagen. Die Professoren beraten derzeit über sechs Cluster-Ideen, vier bis fünf davon will der Rektor bis zur Einreichungs-Reife vorantreiben. Bis April 2017 müssen die interessierten Unis ihre Antragskizzen für Exzellenz-Cluster einreichen, bis Februar 2018 ausformulierte Anträge. Ende 2018 fallen die Entscheidungen über die Cluster, die Anfang 2019 starten sollen. Im Februar 2019 können die Unis, die mindestens zwei Cluster-Projekte gefördert bekommen, dann den Status als Exzellenzuniversität beantragen, um weitere Millionen für ihre generelle Elite-Profilierung zu bekommen.

Stanford bleibt dennoch in weiter Ferne

„Mit einer Universität wie Stanford mit 3,5 Milliarden Grundfinanzierung können wir dann zwar immer noch nicht mithalten“, räumte Rektor Müller-Steinhagen ein. Aber schon jetzt sei deutlich, dass die bisherigen Exzellenz-Zuschüsse die TUD in den internationalen Vergleichslisten vorangebracht, Forschung und auch Lehre nachhaltig gestärkt haben.

Autor: Heiko Weckbrodt

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