Astrophysik & Raumfahrt, News, zAufi
Schreibe einen Kommentar

Kosmischer Streuer kehrt nach Milliarden Jahren zur Sonne zurück

Künstlerische Darstellung des einzigartigen Gesteins-Kometen C/2014 S3. Visualisierung: ESO, PANSTARRS

Künstlerische Darstellung des einzigartigen Gesteins-Kometen C/2014 S3. Visualisierung: ESO, PANSTARRS

Astronomen entdecken Gesteins-Kometen aus der Geburtszeit der Erde

Sonnensystem, 30. April 2016. Einen Gesteinskometen aus der Geburtszeit der Erde, der für Milliarden Jahre am Rande unseres Sonnensystems eingefroren war und nun „nach Hause“ zurückkehrt, haben Astronomen der Europäischen Südsternwarte ESO entdeckt. Das haben die ESO-Forscher und das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mitgeteilt.

Gefangen in der Oortschen Wolke

Dieser kosmische Streuer wurde anscheinend vor etwa viereinhalb Milliarden Jahren, als unsere Erde entstand, hinaus in Tiefen des Alls geschleudert. Der Steinbrocken blieb dann in der sogenannten „Oortsche Wolke“ tiefgefroren eingefangen.

Der einzigartige Gesteins-Komet C/2014 S3 (PANSTARRS) und seine Umlaufbahn Grafik: ESO/L. Calçada

Der einzigartige Gesteins-Komet C/2014 S3 (PANSTARRS) und seine Umlaufbahn. Grafik: ESO, L. Calçada

Mutmaßliche Schutzblase um das Sonnensystem

Die Oortsche Wolke ist nach dem niederländischen Astronomen Jan Hendrik Oort (1900-1992) benannt. Sie ist mutmaßlich eine Art Schutz-Blase, die das Sonnensystem im Abstand von 1,6 Lichtjahren zu unserem Zentralgestirn umgibt – also weit außerhalb der äußeren Planeten. Diese Wolke soll aus Billionen Eisbröckchen bestehen, von denen immer mal eines einen kleinen Stoß bekommt und sich als Komet der Sonne nähert.

Ein kleiner Stups gen Sonne

Das nun entdeckte Objekt „C/2014 S4“ besteht aber erstaunlicherweise nicht aus Eis, sondern aus Stein. Durch welchen Impuls auch immer: C/2014 S4 bewegt sich seit kurzem auf einer lang gestreckten Bahn gen Sonne. Gelingt es, diesen Gesteinkometen genauer zu untersuchen, wenn er sich der Erde nähert, könnte sein tiefgekühlt-konserviertes Inneres möglicherweise neue Erkenntnisse über die junge Erde liefern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.