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App „A Story A Day“ im Test: Neue Geschäftsmodelle für die Buchbranche

Abb.: Voland & Quist

Abb.: Voland & Quist

Programm von Voland & Quist Dresden liefert gegen Abo-Gebühr täglich Kurzgeschichten

Wälze ich mich aus dem Bett und rette die Welt oder dreh mich um und schlaf ich weiter? Sind all die Millionen Arbeitslosen in Deutschlands in Wirklichkeit vielleicht von der Regierung bezahlte Laiendarsteller? Und kann ein DJ mit seiner Musik aus katholischen Theologie-Studentinnen willenlose Fick-Maschinen machen? Fragen, deren Antworten der geneigte Leser in den Kurzgeschichten findet, die der Dresdner Verlag „Voland & Quist“ in seiner App „A Story A Day“ verbreitet. Mit dem Mini-Programm für iPhones, iPads und Android-Geräte wollen die Verleger neue Geschäftsmodelle für Literatur erproben und vorexerzieren.

Stories für die Fahrt durch die Stadt

Das Konzept: Wer die App installiert und ein Abo für 3,59 Euro (Android) beziehungsweise 3,99 Euro (iPhone/iPad) pro Monat abschließt, bekommt jeden Tag eine neue Kurzgeschichte aufs Telefon oder Tablet geschickt. Die ist normalerweise gerade lang oder kurz genug, um sie auf dem Weg zur Arbeit oder zur Uni in Bus und Bahn lesen zu können. Die Stories ziehen „Voland & Quist“ aus dem eigenen Autoren- und Geschichten-Pool.

Auch interaktive Geschichten im BASIC-Design

Darunter sind auch ungewöhnliche Formate wie „Lesebühnen“-Vorträge oder interaktive Kurzgeschichten. Ein Beispiel dafür ist die Story „Ich rette die Welt“, die wie ein BASIC-Heimcomputer-Programm aufgebaut ist: mit bedingten Schleifen Textmarken, zu denen der Leser springen soll, je nachdem, in welche Richtung er den Plot lenken will.

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Fazit: gute Idee, kurzweilige Geschichten

Abb.: Voland & Quist

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Im Wochen-Test hat uns diese Lese-App gut gefallen: dahinter steckt eine interessante Idee, die dem Buchverlagswesen neue Energie einhauchen könnte, auch sind viele der eingespeisten Stories amüsant und kurzweilig. Einen kleinen Minuspunkt gibt es für die Lupenfunktion: Die neigt auf dem iPhone in einigen Vergrößerungs-Stufen dazu, den Text rechts abzuschneiden. Und ganz generell steht natürlich auch die Frage, ob sich solch ein Geschäftsmodell durchsetzen kann beziehungsweise wieviel die deutschen Lesefreunde für solche Abo-Modelle langfristig zu zahlen bereits sind.

Autor: Heiko Weckbrodt

„A Story A Day“ (Voland & Quist Dresden), Kurzgeschichten-Abo-App, App ist (mit ein paar Probe-Stories) kostenlos ladbar, das Abo kostet 3,59 Euro (Android) bzw. 3,99 Euro (iPhone/iPad) pro Monat

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