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Windbergbahn fährt bald wieder nach Dresden-Gittersee

Probezugfahrt auf der Strecke der Zugfahrt auf der Windbergbahn. Foto: Angelika Zimmermann, Windbergbahn-Verein

Probezugfahrt auf der Strecke der Zugfahrt auf der Windbergbahn. Foto: Angelika Zimmermann, Windbergbahn-Verein

Nach 18 Jahren Zwangspause: Verein kündigt Neustart für den Fahrbetrieb an

Dresden, 25. März 2016. Selbst unverbesserliche Optimisten schienen überfordert mit der Vorstellung, eines schönen Tages könnten sie, bequem im historischen Windbergbahn-Aussichtswagen sitzend, sich wieder hinauf nach Gittersee fahren lassen. Doch nun gibt es die reelle Chance, dass dieser Wunsch noch in diesem Jahr Wirklichkeit wird. „Unsere Vorbereitungen dafür sind weitestgehend abgeschlossen, und wir setzen alles daran, schon zum 8. Dresdner Dampfloktreffen vom 15. bis 17. April erste Termine für diese Zugfahrten bekannt zu geben“, gibt sich Sprecher Mario Hobl vom Windbergbahn-Verein zuversichtlich. Die vorbereitenden Lastfahrten mit der kleinen Vereins-Diesellok waren erfolgreich. Lediglich der Landesbeauftragten für Bahnaufsicht muss noch zustimmen. Das sei unverzichtbar, aber keine unüberwindbare Hürde, schätzt Mario Hobl ein.

Zunächst nur Pendelverkehr auf einer Teilstrecke

Fahrgäste können zunächst nur auf einer rund 1,3 Kilometer langen Teilstrecke der Windbergbahn pendeln: zwischen den Haltepunkten Leisnig und Gitterseer Straße. Das ist ein ebenso kurven- wie steigungsreicher Gleisabschnitt, aber auch der aussichtsreichste der Gesamtstrecke zwischen Freital-Birkigt und Dresden-Gittersee. Aber die ehrgeizigen Vereinsmitglieder setzen alles daran, schon im kommenden Jahr bis hinunter nach Birkigt fahren zu können. Das setzt allerdings voraus, dass das stark reparaturbedürftige Gleis zum Jahresende 2016 mit eigenen Kräften instand gesetzt werden kann.

Verein braucht 20.000 Euro für Lok-Reparatur

Außerdem bedarf es einer zweiten einsatzfähigen Kleindiesellokomotive. Die hat der Verein zwar im Vorjahr erwerben können. Aber sie bedarf einer größeren Reparatur, die wohl 20.000 Euro kosten und damit die Möglichkeiten des Vereins übersteigen wird. Da sind Spenden von Freunden der Windbergbahn als große Hilfe sehr willkommen!

Am 31. August 2015 kehrte der historische Windbergbahn-Aussichtswagen nach Gittersee zurück. Foto: Peter Weckbrodt

Am 31. August 2015 kehrte der historische Windbergbahn-Aussichtswagen nach Gittersee zurück. Foto: Peter Weckbrodt

Helfer wollen DDR-Schienenkraftwagen aufbauen

Die Pläne des Vereins gehen aber noch weiter. Nach dem großen Erfolg mit dem Gasteinsatz des Wernesgrüner Schienenexpress in den Vorjahren will der Verein ein eigenes Schienenfahrzeug für circa 12 Fahrgäste aufbauen. Den passenden Schienenkraftwagen aus DDR-Produktion haben sie bereits beschafft.

Das Jahr 2017 wird für den Verein ein bedeutendes Jahr, weil für die Windbergbahn gleich zwei Jubiläen anstehen. Am 1. April 1857 fuhr der erste Zug vom Bahnhof Niedergittersee –so hieß seinerzeit Birkigt –bis ins Steinkohlenbergbau-Revier nach Hänichen. Dem folgten exakt 50 Jahre reiner Güterverkehr. Erst 1907 nahm die Windbergbahn auch den Reisezugverkehr, dann bis zum Endbahnhof Possendorf, auf.

Über diesen Uralt-Telefonapparat mit Kurbelinduktur erteilte die Aufsichst einst ihre Aufträge. Foto: Peter Weckbrodt

Über diesen Uralt-Telefonapparat mit Kurbelinduktur erteilte die Aufsicht einst ihre Aufträge. Foto: Peter Weckbrodt

Zwangssperrung wegen maroder Gleise

Der Neustart beendet für die Windbergbahn eine 18 Jahre währende Zwangspause. Die kam zustande, weil die Gleise in so einen schlechtem Zustand waren, dass die Bahn AG als Eigentümer die Strecke sperren musste. Am 13. September 1998 waren die letzten Züge der Windbergbahn auf den Gleisen unterwegs, danach war jahrelang Ruhe. Inzwischen ist der Windbergbahnverein Pächter der Strecke. Als zugelassenes Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen hat er nun das Recht, selbst einen Zugverkehr zu organisieren. Seit mehren Jahren arbeiten nun schon Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit daran, die Bahnstrecke wieder befahrbar zu machen.

-> Mehr Infos im Internet: saechsische-semmeringbahn.de

Autor: Peter Weckbrodt

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[caption id="attachment_67607" align="alignleft" width="117"]Peter Weckbrodt. Foto: IW Peter Weckbrodt. Foto: IW[/caption]Peter Weckbrodt hat ursprünglich Verkehrswissenschaften studiert, wohnt in Dresden und ist seit dem Rentenantritt journalistisch als freier Mitarbeiter für den Oiger und die Dresdner Neuesten Nachrichten tätig.

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