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Kommentar: Weckruf für die lahme TK-Enten

Zum Beitrag „Dresden und Drewag setzen Bündnis für schnelles Internet fort

Foto: Ronny Siegel

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Dresden, 15. März 2015. In einer Marktwirtschaft sollte sich der Staat mit seinen Eingriffen zurückhalten, da alle Erfahrung zeigt: Oft vergeigen Behörden nur alles, wenn sie so tun, als ob sie Unternehmer seien. Aber selbst ordnungspolitische Puritaner werden wohl einräumen: Manchmal versagt der freie Markt auch und löst wichtige Probleme einfach nicht. Die breitbandige Internetversorgung ist solch ein klassischer Kandidat für Marktversagen: Unternehmen wie Privatleute kommen ohne schnelle Netzzugänge kaum noch aus, die Nachfrage ist also da – aber in manchen Gegenden ist diese Nachfrage nach dem Geschmack der großen TK-Konzerne nicht groß genug, damit sich teure Buddeleien und Glasfaser-Installationen lohnen.

Insofern war der „staatliche“ Eingriff in Dresden richtig: Ohne das Breitbandbündnis von städtischen Wirtschaftsförderern und Drewag wären viele Gewerbegebiete wohl bis heute abgeschnitten vom Digitalzeitalter. Und: Die Kommune hat hier nicht nur eine Lücke geschlossen, sondern offensichtlich auch die Privatwirtschaft aufgeweckt. Jedenfalls fällt auf, dass die Ausbauprojekte von Telekom, Kabel Deutschland & Co. kurz nach den ersten städtischen Glasfaser-Pilotprojekten in den Gewerbegebieten enorm an Fahrt in Dresden gewonnen haben. Das kann man unter der Rubrik „war einfach an der Reihe“ abhaken und für zeitlichen Zufall halten, muss man aber nicht.

Autor: Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

Stadt Dresden und Drewag setzen Breitband-Bündnis fort

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