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Dresden und Drewag setzen Bündnis für schnelles Internet fort

Sowohl die Stadt wie auch die Telekom und andere private Anbieter haben den Glasfaser-Ausbau für schnelle Internet-Zugänge in Dresden inzwischen stark beschleunigt. Foto: Deutsche TelekomSowohl die Stadt wie auch die Telekom und andere private Anbieter haben den Glasfaser-Ausbau für schnelle Internet-Zugänge in Dresden inzwischen stark beschleunigt. Foto: Deutsche Telekom

Sowohl die Stadt wie auch die Telekom und andere private Anbieter haben den Glasfaser-Ausbau für schnelle Internet-Zugänge in Dresden inzwischen stark beschleunigt. Foto: Deutsche Telekom

Wirtschaftsförderung plant Breitbandzugänge für weitere Gewerbegebiete

Dresden, 15. März 2016. Die Stadt Dresden und die Drewag-Stadtwerke werden ihr Breitband-Bündnis fortsetzen und in den nächsten Jahren weitere Gewerbegebiete über Drewag-Glasfasern mit schnellem Internet versorgen. Das hat Wirtschaftsstrategin Heike Lutoschka von der kommunalen Wirtschaftsförderung Dresden auf Oiger-Anfrage mitgeteilt. Zu den nächsten Ausbauprojekten gehöre das Gewerbegebiet an der Bismarckstraße in Niedersedlitz. Auch dort sollen bald Ladegeschwindigkeiten von 50 bis 100 Megabit je Sekunde (Mbs) möglich sein.

Dresdner Sonderweg soll seit Anfang 2014 Marktversagen ausgleichen

Weil sich die Telekom und andere Unternehmen zunächst vornehm zurückhielten, hatte der damalige Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) vor reichlich zwei Jahren ein Bündnis mit der Stadttochter Drewag und weiteren lokalen Partnern geschmiedet, um Gewerbegebiete mit Internet-Tröpfelleitungen endlich breitbandig auszubauen: Zu stark war der Leidensdruck der Unternehmen gewesen, die in ihren Geschäftsprozessen heutzutage auf schnelle Netzzugänge stark angewiesen sind. Die Stadtwerke stellten dafür ihre (ursprünglich für interne Zwecke verlegten) Glasfaserleitungen zur Verfügung. Die letzten Meter bis in die Gewerbegebiete mussten dann noch extra verlegt werden. Als Internet-Bereitsteller (Service Provider) treten lokale Unternehmen auf. Als Pilotprojekt bekamen so zunächst Anfang 2014 die Firmen im Industriegelände Dresden-Nord schnelle Internetzugänge. Dann folgten das große Gewerbegebiet in Coschütz-Gittersee und weitere Konzentrationspunkte der Wirtschaft.

Dort gehts zum schnellen Internet: Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert und Drewag-Chef Reiner Zieschank rollen im Dresdner Industriegelände nord plakativ ein "Breitband" aus. Die eigentlichen Glasfasern sind natürlich längst in der Erde versenkt. Foto: Heiko Weckbrodt

Dort gehts zum schnellen Internet: Die Archivaufnahme von 2014 zeigt den damaligen Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (heute OB in Dresden) und Drewag-Chef Reiner Zieschank, wie sie im Dresdner Industriegelände Nord plakativ ein „Breitband“ ausrollten. Foto: Heiko Weckbrodt

Inzwischen ist Dirk Hilbert Oberbürgermeisterin Dresden geworden und damit bleiben die Signale für „sein“ Breitbandprojekt auf Grün. Laut Wirtschaftsförderung bekamen durch das Drewag-Bündnis allein im Jahr 2015 insgesamt 86 Unternehmen endlich schnelle Netzzugänge.

Private Anbieter sind nun aufgewacht

Möglicherweise aufgeweckt durch die städtischen Aktivitäten, tut sich inzwischen auch an der privatwirtschaftlichen Front viel mehr: Die Telekom stellt in mehreren Stadtgebieten die Zugangstechnik ganz auf Glasfasern bis in die Wohnungen hinein um („FTTH“-Technik) beziehungsweise rüstet sie auf das Vectoring-Verfahren um, das 100 Mbs Tempo erlaubt. Auch „Vodafone Kabel Deutschland“ hat im Zuge der Großprojekte Alpha und OPAL mehrere Viertel verglasfasert. Ähnliche Projekte waren und sind bei Tele Columbus im Gange.

Braucht manchmal einen kleinen Reset-Stups, um wieder auf Touren zu kommen: Der Kabel-Router. Foto: Kabel Deutschland

Foto: Kabel Deutschland

„Seit Ende 2014 massiver Anstieg“

„Seit Ende 2014 war ein massiver Anstieg von Anträgen durch die in Dresden agierenden Telekommunikations-Unternehmen beim Straßen- und Tiefbauamt festzustellen“, informierte Heike Lutoschka. Hintergrund: Meist müssen die Unternehmen in die Tiefe graben, um die neuen Glasfasern zu verlegen – und dies müssen sie bei der Stadt beantragen, sobald öffentlicher Verkehrsraum betroffen ist. Im Jahr 2014 stellten die TK-Unternehmen 30 Prozent mehr solche Anträge in der Dresdner Behörde, im Jahr 2015 waren es sogar 50 Prozent mehr Anträge.

Weiterer Ausbau in Striesen, Blasewitz, Mickten und Trachau geplant

Im Jahr 2016 und in den kommenden Jahren sei mit einer ähnlich starken Antragsflut zu rechnen, schätzte die Wirtschaftsförderung nach Rückfrage bei den Unternehmen ein. Das von Vodafone übernommene TV-Netzunternehmen „Kabel Deutschland“ plant unter anderem weitere Breitband-Ausbauten für schnelles Internet in Striesen, Blasewitz, Mickten und Trachau, außerdem weitere Trassen an Funkmasten. Mehrere Dutzend Kilometer neue Internetkabeltrassen will auch Tele Columbus in naher Zukunft in Dresden verlegen.

Werbegrafik der Telekom für die FTTH-Glasfasertechnik. Abb.: Telekom

Werbegrafik der Telekom für die FTTH-Glasfasertechnik. Abb.: Telekom

Drei Viertel der Dresdner Haushalte auf Tempo 50+ aufgerüstet, weiter Defizite in Hellerau, Übigau und Löbtau

Rund 75 % der Dresdner Haushalte können inzwischen prinzipiell (soweit sie das auch wollen und tatsächlich bestellen) breitbandige Internetzugänge mit mindestens 50 Mbs Tempo nutzen, schätzen die städtischen Wirtschaftsförderer. Aber es sei auch noch viel zu tun: „Mehrere Gebiete Dresdens sind schlecht versorgt. Dazu gehören Hellerau, Übigau sowie Teile Löbtaus. Eine defizitäre Breitbandinfrastruktur haben insbesondere viele der ländlich geprägten Ortschaften wie auch einige randlich gelegene Gewerbegebiete.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

Kommunaler Weckruf für die privaten Lahmenten

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