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Ikonen der deutschen Ingenieurbaukunst

Scheint zu schweben: die Fuß- und Radwegbrücke über die Donau bei Deggendorf vom Architektenbüro Raumzeit. Foto: Deutscher Brückenbaupreis

Scheint zu schweben: die Fuß- und Radwegbrücke über die Donau bei Deggendorf vom Architektenbüro Raumzeit. Foto: Deutscher Brückenbaupreis

Dresdner Brückenbausymposium startet mit Auszeichnung für Kochertalbrücke und Deggendorf-Brücke

Dresden, 14. März 2016. Die Kochertalbrücke in Baden-Württemberg ist die am kreativsten sanierte Straßenbrücke in Deutschland, die Deggendorfer Fußgängerquerung über die Donau die elegante Fußgängerbrücke des Jahres. Die Entwerfer und Ingenieurteams beider Bauwerke erhalten dafür den „Deutschen Brückenbaupreis 2016“. Dies hat eine Fach-Jury unter Vorsitz des Dresdner Professors Manfred Curbach entschieden und heute zum Auftakt des „Dresdner Brückenbausymposiums“ (14. und 15. März 2016) an der Technischen Universität Dresden (TUD) bekannt gegeben.

Prof. Manfred Curbach. Foto: TUD

Prof. Manfred Curbach. Foto: TU Dresden

1600 Experten aus Forschung, Praxis und Verwaltung tauschen sich in Dresden aus

Zu diesem Symposium erwartet das veranstaltende TUD-Institut für Massivbau rund 1600 Brückenexperten aus dem In- und Ausland. Laut Instituts-Angaben ist dies die größte Fachtagung dieser Art im deutschsprachigen Raum. Zahlreiche Fachvorträge beschäftigen sich heute und morgen mit neuen Konstruktionsprinzipien und Materialien für Brücken, aber auch mit der Geschichte und den Zukunftsperspektiven dieser Ingenieurskunst.

Wie sich das Militär sich in der Nazi-Zeit in den Brückenbau einmischte

Um nur ein paar Beispiele herauszupicken: Dr. Harald Michler von der TU Dresden stellt leichten Carbonbeton für den Brückenbau vor, Volker Mende von der Uni Cottbus erörtert den militärischen Einfluss auf den Brückenbau im Dritten Reich, während Ingenieur Sebastian Riegel aus Ratingen als ein Praxis-Vertreter Europas größtes Brückenbauprojekt, die Hochmoselbrücke, vorstellt. Erster Höhepunkt und Auftakt für die zweitägige Tagung war heute Abend die Vergabe der Deutschen Brückenbaupreise an die Bauwerke über dem Kochertal und über die Donau.

Behutsam saniert und nun prämiert: Die Autobahnbrücke über das Kochertal. Foto: Deutscher Brückenbaupreis

Behutsam saniert und nun prämiert: Die Autobahnbrücke über das Kochertal. Foto: Deutscher Brückenbaupreis

Kochertalbrücke behutsam saniert

Die 1976 bis 1979 errichtete Autobahnbrücke über das Kochertal bei Geislingen in Baden-Württemberg sei seit jeher eine besondere „Ikone der deutschen Ingenieurbaukunst“ gewesen, habe aber unter 35 Jahren Autoverkehr gelitten, hieß es in der Preis-Begründung der Jury. Durch eine innovative und kreative Ingenieurleistung sei es Rolf Bothner und seinen Kollegen vom Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner gelungen, die 1,13 Kilometer lange und bis zu 185 Meter hohe Spannbetonbrücke so zu sanieren, dass sehr viel alte Bausubstanz erhalten blieb.

Deggendorfer Brücke scheint zu schweben

Die Fuß- und Radwegbrücke über die Donau bei Deggendorf wiederum entstand bereits für die Landesgartenschau 2014. Die 455 Meter lange Stahlfachwerkkonstruktion imponierte der Jury vor allem durch ihre Anmutung, scheinbar zu schweben.

Die Bundesingenieurkammer und der „Verein Beratender Ingenieure VBI“ vergeben den „Deutschen Brückenbaupreis“ seit 2006 aller zwei Jahre. Weitere nominierte Brücken sind hier zu finden.

-> Mehr Informationen auf dem „BauBlog“ der Dresdner Bauingenieure

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