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Denkmalschutz sieht keine Chance für Robotron-Glasmosaike

Der Robotron-Komplex in Dresden. Foto: Immovation AG

Der Robotron-Komplex in Dresden. Foto: Immovation AG

Zentrale des früheren DDR-Computerkombinats wird schrittweise abgerissen – nur einige künstlerische Elemente kommen ins Lapidarium

Dresden, 2. März 2016. Die Bleiglasfenster der Künstler Günter Gera und Gerhard Papstein im Robotron-Komplex Dresden können „aus technischen Gründen“ nicht vor den abrückenden Abriss- und Scherenbaggern gerettet werden. Dies hat das Dresdner Denkmalschutzamt auf Oiger-Anfrage eingeschätzt. Die Behörde reagierte damit auf Appelle der Initiative „Netzwerk Ostmodern“. Die hatte – wie wir gestern berichtet hatten – gefordert, die Buntglasfenster und andere Relikte aus den Gebäuden des früheren DDR-Computerkombinats Robotron zu retten, bevor der Kassler Investor „Immovation AG“ beginnt, die ersten Gebäuderiegel zugunsten künftiger Wohnbauten abzureißen.

Keine Handhabe: „Robotronareal steht nicht unter Denkmalschutz“

„Das gesamte ehemalige Robotronareal steht nicht unter Denkmalschutz, auch nicht die Kunst, die speziell für dieses Ensemble entwickelt wurde“, betonte das städtische Denkmalschutzamt. Daher könne der Erhalt nicht eingefordert werden. Dennoch sei die Behörde mit dem Investor übereingekommen, einige gestalterische Elemente zu bergen und im städtischen Lapidarium einzulagern. Dazu gehören „ein Brüstungselement ,Wellenverblender’ aus Meißner Keramik (Axel Magdeburg), einzelne Elemente der Betonformsteinwand mit Glaselementen (Karl-Heinz Adler, Friedrich Kracht) des Nord- bzw. Südgiebels sowie zwei Vertikalachsen der im Hof befindlichen freistehenden Betonformsteinwand (Gerhard Papstein, Günter Gera)“ – nicht aber die Bleiglasfenster, die sich über sieben Etagen erstrecken.

Das „Netzwerk Ostmodern“ wollte die Mosaikfenster mit ihren abstrakten Motiven nicht nur als Zeugnis der DDR-Wirtschaftsbaugeschichte gerettet sehen – sondern auch als Erinnerung an das untergegangene ostdeutsche Computerkombinat, das seinen Hauptsitz in Dresden hatte. Autor: Heiko Weckbrodt

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