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IDT und TU Dresden wollen Roboterautos per 5G-Mobilfunk vernetzen

Durch 5G-Funk vernetzte Autos sollen sich in Zukunft selbstständnig im Verkehrsfluss orientieren. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Durch 5G-Funk vernetzte Autos sollen sich in Zukunft selbstständig im Verkehrsfluss orientieren. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Kalifornische Elektronikschmiede ist nun Partner im 5G-Lab Germany

Dresden, 26. Februar 2016. Das Entwicklungslabor „5G-Lab Germany“ der TU Dresden hat einen weiteren wichtigen Industriepartner gewonnen: Das US-Technologieunternehmen „Integrated Device Technology“ (IDT) aus San Jose will mit den Sachsen zusammenarbeiten. Schwerpunkt wird die extrem schnelle Verbindung künftiger selbstfahrender Automobile sein. Diese Autos sollen über die fünfte Generation (5G) des Mobilfunks nanosekunden-schnell mit Verkehrsleitrechnern, mit Hunderten Sensoren sowie untereinander Informationen austauschen können, um ein nahezu unfallfreies Fahren zu ermöglichen.

Kalifornier steuern Verbindungselektronik bei

Das „5G Lab Germany“ arbeitet bereits mit zahlreichen Industriepartnern bei der Entwicklung des 5G-Mobilfunks, der ab 2020 schrittweise scharf geschaltet werden soll, zusammen. Dazu gehören Kommunikationsriesen wie die Telekom, aber auch Automobil-Hersteller und Zulieferer. Durch die Kooperation mit der kalifornischen IDT können die Forscher insbesondere deren besondere Verbindungselektronik (low-latency RapidIO interconnect) nutzen, die schon heute Reaktionszeiten von wenigen Zehntel Mikrosekunden (Tausendstel Sekunden) zwischen Elektronikbausteinen erreicht und mehrere Gigabit Daten pro Sekunde übertragen kann. Die Wissenschaftler wollen damit vor allem sehr leistungsfähige 5G-Verbindungen innerhalb der aufwendigen Sensorik von künftigen Autos entwickeln sowie zwischen Roboterautos und kleinen lokalen Superrechnern (Edge Cloud Servern), die in den 5G-Basisstationen versteckt werden sollen.

IDT hatte jüngst erst das ZMD übernommen

IDT ist in Dresden kein ganz unbekanntes Unternehmen: Erst kürzlich hatten die Kalifornier die hiesige Chip-Entwicklungsschmiede ZMDI übernommen, die u. a. auf stromsparende Sensor-, Funk- und Auto-Elektronik spezialisiert ist. Das ZMDI (früher: ZMD) ging aus dem DDR-Mikroelektronik-Entwicklungszentrum ZFTM hervor. Durch diese jüngste Übernahme habe IDT sein Technologie-Portfolio um Sensor- und Autolösungen ausgebaut, die eine entscheidende Rolle für das autonome Fahren und die damit verbundenen 5G-Lösungen bekommen könnten, betonte IDT-Cheftechnologe Sailesh Chittipeddi.

Ähnlich wie andere Industriepartner werden sich die Kalifornier an der finanziellen und materiellen Unterstützung des 5G-Labors in Dresden beteiligen. Die meisten Partner bringen Geld- oder Sachzuschüssen von mindestens 100.000 Euro pro Jahr ins 5G-Lab ein.

Erste Tech-Demo in einem Jahr

Erste Demonstrations-Geräte, die aus der Entwicklungskooperation entstehen, wollen die Partner im Jahr 2017 vorführen, kündigte Programm-Manager Steffen Watzek vom 5G-Lab an.

Autor: Heiko Weckbrodt

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