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Rekorderlöse für Hornsche Münzsammlung

Nach geschätzten 300 Euro wurde dieses 1854 in Philadelphia geprägte !/4-Dollar-Stück mit 6 000 Euro  zugeschlagen. Foto: Künker

Nach geschätzten 300 Euro wurde dieses 1854 in Philadelphia geprägte !/4-Dollar-Stück mit 6 000 Euro zugeschlagen. Foto: Künker

Münzen für 600.000 Euro versteigert

Meißen/Berlin, 13. Februar 2016. Die über Deutschlands Grenzen hinaus berühmte Münzsammlung des Meißner Weinhändlers und Kunstliebhabers Otto Horn zieht inzwischen auch rekordverdächtige Kreise. Was sich am 9. und 10. Februar bei der vierten Versteigerung Hornscher Münzen und Medaillen im Berliner Auktionshaus Künker abspielte, hat sicher auch Kenner der numismatischen Materie überrascht. Das im Vorfeld eher als bescheiden eingestufte Paket von 1418 Losnummern ging mit einem Gesamtschätzwert von ca. 200.000 Euro ins Rennen. Doch dann lösten die Bieter bei der ersten E-Live-Auktion des Hauses Künker alle Bremsen, trieben sie sich wechselseitig in die Höhe. Letztlich stand ein Gesamterlös von rund 600.000 Euro.

Und so fand ein 1/4-Dollar-Stück von 1854, das auf 300 Euro Geschätzt war, bei sagenhaften 6000 Euro seinen neuen Besitzer. Ein 2-Gute-Groschen-Stück der Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth von 1730 kletterte von 500 Euro auf 4100 Euro.

Nach geschätzten 300 Euro wurde dieses 1854 in Philadelphia geprägte !/4-Dollar-Stück mit 6 000 Euro  zugeschlagen. Foto: Künker

Nach geschätzten 300 Euro wurde dieses 1854 in Philadelphia geprägte !/4-Dollar-Stück mit 6 000 Euro zugeschlagen. Foto: Künker

Die sächsischen Münzen und Medaillen standen im Erfolg dem kaum nach: So wurde ein 1/12-Taler-Stück des Sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. von 1806, vom Startwert 50 Euro bis auf 625 Euro nach oben getrieben. Ein sehr schöner Meißner Brakteat (Hohlpfennnig), unter Otto dem Reichen geprägt, fand nach 100 Euro bei 750 Euro seinen neuen Herrn.

Dieser als Brakteat bezeichnete einseitig geprägte Hohlpfennig Otto des Reichen,  zwischen 1156 und 1190 in Meißen geprägt, kletterte von 100 Euro bis auf 750 Euro. Foto: Künker

Dieser als Brakteat bezeichnete einseitig geprägte Hohlpfennig Otto des Reichen, zwischen 1156 und 1190 in Meißen geprägt, kletterte von 100 Euro bis auf 750 Euro. Foto: Künker

Auktionshaus überweist Nettoertrag an Meißner Stiftung

Kein Los blieb ohne Zuschlag. Am Ende gingen 600 000 Euro (zunächst ) in des Auktionshaus Kasse. Dort wird das Geld nicht bleiben. Nach Abzug seiner Aufwendungen überweist Künker den Nettobetrag an den Verwalter der Otto-und-Emma-Horn-Stiftung in Meißen. Darüber können sich die Stadt Meißen wie auch deren Bürger freuen, den zu ihrem Wohl wird letztlich das Geld eingesetzt werden. So wollte es ihr Bürger Horn, der einst diese Schätze ungeteilt besaß. In seinem Testament hat er diese Form der Verwendung seines Erbes verfügt. Eine fünfte Versteigerung von weiteren Sammlungsteilen plant Künker für dieses Jahr.

Wer sich selbst einmal am Anblick der schönsten Münzen und Medaillen aus der ehemals prall gefüllten Schatztruhe Horns erfreuen will, dem empfiehlt der Oiger einen Besuch des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden – es lohnt!

Autor: Peter Weckbrodt

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