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Sachsen braucht mehr Software-Experten

Foto/Montage: hw

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„Silicon Saxony“: In Software-Branche entstehen jährlich 2000 neue Jobs

Dresden, 19. Januar 2016. Die Nachfrage der sächsischen Wirtschaft nach Programmierern und anderen Software-Experten wächst stark. Darauf hat Gitta Haupold vom Vorstand des sächsischen Hightech-Verbandes „Silicon Saxony“ hingewiesen. „Hier brennt es in der Softwarebranche – da gibt es einen zunehmenden Fachkräftebedarf“, sagte sie im Vorfeld der Ausbildungs-Messe „Karrierestart“ in Dresden.

Gitta Haupold. Abb.: Silicon Saxony

Gitta Haupold. Abb.: Silicon Saxony

Prognose: Branche beschäftigt im Jahr 2025 über 50.000 Mitarbeiter

Demnach beschäftigen die rund 2300 Software-Unternehmen im Freistaat inzwischen rund 30.000 Mitarbeiter. In den Jahren 2009 bis 2012 seien in dieser Branche im Schnitt zirka 1900 Jobs per anno entstanden. Mittlerweile seien es aber eher schon 2000 neue Arbeitsplätze pro Jahr. „Wir gehen nächster Zeit von einem Beschäftigungs-Wachstum von neun Prozent aus“, sagte Gitta Haupold. Für das Jahr 2025 rechne „Silicon Saxony“ mit über 50.000 Mitarbeitern in der sächsischen Software-Wirtschaft.

Für immer mehr Firmen wird Software-Entwicklung zum Thema

Zu beobachten sei zudem, dass nun auch Unternehmen, die sich früher kaum mit Software beschäftigt haben, mehr und mehr Programmierer und ähnliche Fachkräfte suchen, betonte Gitta Haupold. Dies betreffe beispielsweise Firmen aus dem Automobilsektor und dem Maschinenbau. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass Innovationen in vielen Branchen inzwischen nur noch in einer Einheit von Hardware- und Software-Entwicklung zu lösen seien.

Junge Programmierer bei der Arbeit im Schülerrechenzentrum Dresden. Foto: hw

Junge Programmierer bei der Arbeit im Schülerrechenzentrum Dresden. Foto: hw

Verband fordert mehr Förderung für Informatik

„Silicon Saxony“ fordert angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs einen Ausbau der Informatik-Studiengänge an den sächsischen Hochschulen und eine gezielte Fachkräfte-Akquise. Außerdem plädiert der Branchenverband für eine bessere technische Ausstattung und Breitband-Anbindung der Schulen, ein höheres Gewicht des Informatik-Unterrichts und mehr Frühförderung für junge Talente.

Zu bedenken ist bei all diesen Statistiken und Prognosen allerdings, dass diese oft etwas zu euphorisch geprägt sind: Manchmal beschweren sich Unternehmen bereits, wenn sie nicht mehr soviele Bewerber pro ausgeschriebener Stelle haben. Andererseits wandern im Freistaat ausgebildete Informatiker auch deshalb ab, weil Unternehmen außerhalb Sachsens höhere Gehälter zahlen. In diesen Fällen ist der Fachkräfte-Mangel eher hausgemacht.

Autor: Heiko Weckbrodt

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