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Von der ersten Zelle zum Lebewesen

Hatte viel Spaß beim Nageln: Eugene Myers (links) schlug bei Richtfest in Dresden-Johannstadt mit wachsender Begeisterung zu, ähnlich auch der sonst eher introvertiert wirkende finnische Architekt Janne Kentala. Foto: Heiko Weckbrodt

Hatte viel Spaß beim Nageln: Eugene Myers (links) schlug bei Richtfest in Dresden-Johannstadt mit wachsender Begeisterung zu, ähnlich auch der sonst eher introvertiert wirkende finnische Architekt Janne Kentala (rechts). Foto: Heiko Weckbrodt

Bioinformatik-Guru Eugene Myers will neues Zentrum für Systembiologie in Dresden auf Weltklasse-Niveau trimmen

Dresden, 15. Dezember 2015. Mit dem neuen Zentrum für Systembiologie (CSBD) entsteht derzeit in Dresden-Johannstadt eine „Weltklasse“-Wissenschaftseinrichtung, in der „an vorderster biomedizinischen Front“ geforscht wird. Das hat der US-Bioinformatiker und CSBD-Direktor Prof. Eugene W. Myers heute beim Richtfest versprochen. „Wir freuen uns schon sehr darauf“, sagte er. In einem Jahr soll das für das – von finnischen Architekten entworfene – Gebäude an der Pfotenhauer Straße fertig sein. Im Fokus der interdisziplinären Forschungen wird dann die Frage stehen, wie Leben entsteht.

OB Hilbert freut sich über Pro-Dresden-Signal

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) freut sich über den Baufortschritt ganz besonders: Einerseits, weil das CSBD den Exzellenz-Profil des Wissenschaftsstandortes Dresden neuen Schub geben dürfte. Andererseits aber auch, weil die international zusammengesetzte Mannschaft an diesem neuen Zentrum auch „ein Signal für Weltoffenheit und Internationalität“ von Dresden aus in die Welt sendet – ein Signal, das Hilbert angesichts der negativ-Schlagzeilen durch Pegida gut gebrauchen kann.

Das Zentrum für Systembiologie ist nun rohbaufertig. Ende 2016 wollen die Bioinformatiker und Physiker einziehen. Foto: Heiko Weckbrodt

Das Zentrum für Systembiologie ist nun rohbaufertig. Ende 2016 wollen die Bioinformatiker und Physiker einziehen. Foto: Heiko Weckbrodt

130 Physiker, Biologen und Informatiker rätseln interdisziplinär an Geheimnissen des Lebens

Das CSBD ist eine gemeinsame Einrichtung der Technischen Universität Dresden und der Dresdner Max-Planck-Institute für Physik Komplexer Systeme (MPI-PKS) und für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG). Kofinanziert wird es von der Klaus-Tschira-Stiftung. Das Zentrum ist ausdrücklich interdisziplinär gedacht: Rund 130 Biologen, Physiker, Informatiker und weitere Wissenschaftler wollen dort das Beste aus ihren Fachwelten vereinen, um den Geheimnissen des Lebens gemeinsam auf die Spur zu kommen. Dafür werden sie neue Mikroskopie-Verfahren entwickeln, die Genese eines Lebewesens wie in einem Zeitraffervideo von der ersten Zelle bis zum ausgewachsenen Tier untersuchen, die Analyse großer Datenmassen („Big Data„) vorantreiben und dafür auch neue Software schreiben. Dafür sollen ihnen Supercomputer, eine Virtuelle-Welten-Höhle („Cave“) und hochmoderne Mikroskope zur Verfügung stehen.

Bioinformatik-Star Eugene Myers ist dem Ruf nach Dresden gefolgt. Hier will er das neue Planck-Zentrum für Systembiologie aufbauen. Abb.: MPG

Bioinformatik-Star Eugene Myers ist dem Ruf nach Dresden gefolgt. Hier will er das neue Planck-Zentrum für Systembiologie aufbauen. Abb.: MPG

36 Millionen Euro Anschubfinanzierung

Das Gebäude selbst entsteht unmittelbar neben dem Planck-Genetikinstitut CBG in Dresden-Johannstadt für 14,5 Millionen Euro. Rechnet man noch Ausstattung und Anschubfinanzierung für das Personal hinzu, kostet das Zentrum rund 36 Millionen Euro. Davon bezahlt der Freistaat Sachsen mit 26 Millionen Euro den Löwenanteil. Den Rest übernehmen Max-Planck-Gesellschaft, Bundesforschungsministerium und der Tschira-Stiftung. Baustart war im August 2014. Erste Forschungsgruppen haben schon mit der Arbeit begonnen, allerdings vorerst noch im benachbarten MPI-CBG. Ende 2016 soll dann auch der Neubau bezugsbereit sein.

Autor: Heiko Weckbrodt

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