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Die Hyperbel interessiert sich nicht für Nationen

Flüchtlingskinder zu Besuch im Erlebnisland Mathematik in Dresden-Striesen. Foto: Heiko Weckbrodt

Flüchtlingskinder zu Besuch im Erlebnisland Mathematik in Dresden-Striesen. Foto: Heiko Weckbrodt

Erlebnisland Mathe in Dresden lädt junge Flüchtlinge zum Gratisbesuch

Dresden, 2. Dezember 2015. Rund drei Dutzende Flüchtlingskinder und ihre erwachsenen Begleiterinnen haben heute die Technischen Sammlungen Dresden (TSD) besucht. Sie erkundeten in dem Technikmuseum in Striesen – mit großer Begeisterung übrigens – das „Erlebnisland Mathematik“ mit all seinen Zerrspiegeln, Riesen-Seifenblasen, Hyperbel-Spielen, Code-Rätseln und Möbiusbändern. Die Exponate dort scheren sich eben nicht darum, ob ein junger Besucher Deutsch, Arabisch, Persisch oder Englisch spricht: Die spielerische Mitmach-Ausstellung erschließt sich jedem in der nationen-verbindenden Sprache der Mathematik. Der Besuch war für die Asyl-Kinder kostenlos.

Flüchtlingskinder zu Besuch im Erlebnisland Mathematik in Dresden-Striesen. Foto: Heiko Weckbrodt

Auch das Epsilon-Land stieß bei den jungen Besuchern auf große Resonanz. Foto: Heiko Weckbrodt

Mathe-Professor: Wollen Flüchtlingskindern Freude machen

„Wir haben in unserem Erlebnisland schon viele tschechische, polnische und russische Kinder zu Besuch gehabt. Da haben wir uns gedacht: Wir wollen hierher auch Flüchtlingskinder einladen, von denen viele Schreckliches erlebt haben. Sie sollen hier Freude haben und etwas Abwechslung im sicher langweiligen Leben einer Flüchtlingsunterkunft finden“, sagte Erlebnisland-Miterfinder Prof. Volker Nollau, der die Aktion gemeinsam mit TSD-Direktor Roland Schwarz eingefädelt hatte.

Nagham Tebah Ghasak, Melika Hideri und ihre Freundinnen in den Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Nagham Tebah Ghasak, Melika Hideri und ihre Freundinnen in den Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Technische Sammlungen wollen regelmäßig Besuche organisieren

Angesichts der großen Resonanz der kleinen Syrer, Afghanen und Libyer zur Auftaktveranstaltung hofft Direktor Schwarz nun, künftig regelmäßige Besuche von Kindern und Jugendlichen aus dem Flüchtlingslager an der Hamburger Straße organisieren zu können. „Vielleicht machen ja auch ein paar von den Jugendlichen bei unseren Arbeitsgemeinschaften mit“, sagte er. Beim gemeinsamen Löten, Lasern und Erfinden könnten sich ganz besondere Kontakte zwischen jungen Menschen aus Dresdner und aus Flüchtlings-Familien entwickeln.

Kaleidoskop der Nationen: Spiegelspiele im Erlebnisland Mathematik. Foto. Heiko Weckbrodt

Kaleidoskop der Nationen: Spiegelspiele im Erlebnisland Mathematik. Foto. Heiko Weckbrodt

Museums-Eintritt für Flüchtlinge frei

Im Technikmuseum wollen Schwarz und seine Kollegen mit solchen Initiativen zeigen, „dass unsere Gesellschaft von Zuwanderung, Internationalität und Pluralität geprägt ist. Wir möchten, dass die, die zu uns kommen, am gemeinsamen kulturellen Erbe teilhaben. Aus diesem Grund ist der Eintritt für Flüchtlinge und ihre Helfer in unser Museum frei.“ Generell sei der Eintritt in die städtischen Museen in Dresden gratis. Aber diese Angebote zu finden und dorthin zu gelangen, sei eben für die Asylsuchenden Familien eine weitere Hürde. Dankenswerterweise habe sich daher der „Förderverein Erlebnisland Mathemantik“ bereit erklärt, die Fahrt- und Dolmetscher-Kosten für die Flüchtlingskinder zu bezahlen. Autor: Heiko Weckbrodt

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