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Casino-App statt Spielhalle

Foto (bearbeitet): hw

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Roulette mit Spielgeld am Familientisch haben wohl die meisten irgendwann schon einmal ausprobiert, oder eines der vielen kostenlosen Glücksspiele, von denen es im Internet oder in den App-Stores von Google & Co. nur so wimmelt. Aber Glücksspiele mit echtem Geld, wie man sie auch im deutschsprachigen Internet auf Seiten wie echtgeldcasinoapps.com findet, haben da ein ganz anderes Kaliber: Sie gelten in der gesellschaftlichen Wahrnehmung als besonders verrucht, den „Obersten Zehntausend“ vorbehalten, als Domäne der Hasardeure – aber auch als Zeitvertreib mit einem ganz besonderen Kick.

Mindestens 2 Millionen Deutsche zocken online Glücksspiele

Die klassischen Spielhallen und Casinos haben indes in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren sichtlich an Bedeutung verloren. Doch dies liegt nicht daran, dass die Deutschen des Glückspiels müde geworden wären: Vielmehr wurden und werden die traditionellen Spielstätten vor allem von der schier erdrückenden Fülle an digitalen Casino-Spielen verdrängt. Einerseits gibt es allein im deutschsprachigen Internet mindestens 500 Seiten mit Online-Casinos, andererseits auch über 250 Apps mit Casino-Spielen für Android-Smartphones. Und die finden starke Resonanz: Mindestens zwei Millionen Deutsche zocken mehr oder minder regelmäßig online Glücksspiele, hatte Ende 2009 eine Umfrage im Auftrag des deutschen Digitalverbands „Bitkom“ ergeben. Eine Umfrage der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ermittelte sogar rund dreieinhalb Millionen Online-Glücksspieler.

„Ist ja richtig, dass von hundert nur einer gewinnt. Aber was geht mich das an?“

Die Motive, die viele Glücksspieler antreibt, alles auf eine Karte zu setzen, hat schon vor über 150 Jahren Fjodor Dostojewski in seiner Erzählung „Der Spieler“ beleuchtet. „Warum soll denn das Spiel schlechter sein als irgendein anderes Mittel des Gelderwerbs, zum Beispiel schlechter als der Handel?“, lässt der russische Literatur-Titan, der da aus eigener Erfahrung am Roulette-Tisch schreibt, seinen Protagonisten Aleksej sinnieren. „Das ist ja richtig, dass von hundert nur einer gewinnt. Aber was geht mich das an?“ Wer das Buch nicht gelesen hat, dem sei das Ende verraten: Zum Schluss verfällt der gute Aleksej ganz und gar der Spielsucht.

Schon seit jeher hat der Staat angesichts solcher Schilderungen versucht, das Glücksspiel einzudämmen, teils sogar zu verbieten. Ob dies in Zeiten der Online-Casinos noch sinnvoll und machbar ist, wird immer öfter bezweifelt. Auf jeden Fall sollte sich jeder, der eine Casino-App oder ein Online-Casino im Internet nutzt, ganz genau anschauen, welche finanziellen Verpflichtungen er oder sie eingeht, wenn er dort ein Benutzerkonto anlegt.

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