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Kein Entkommen aus Wayward Pines

Gezeichnet von einem Autounfall, an den er sich nur noch vage erinnert, sucht "Secret Service".Agent Ethan Burke (Matt Dillon, rechts), Hilfe beim Sheriff von Wayward Pines. Doch der erweist sich bald als ausgesprochen feindselig. Szenen-Foto: Fox

Gezeichnet von einem Autounfall, an den er sich nur noch vage erinnert, sucht „Secret Service“.Agent Ethan Burke (Matt Dillon, rechts), Hilfe beim Sheriff von Wayward Pines. Doch der erweist sich bald als ausgesprochen feindselig. Szenen-Foto: Fox

Starke US-Mystery-Serie über totalitär überwachtes Provinznest ist nun fürs Heimkino erschienen

Mit „Wayward Pines“ ist nun eine ganz außergewöhnliche US-Serie in Deutschland auf DVD und Bluray erschienen. Stark besetzt und atmosphärisch dicht erzählt sie über ein totalitär überwachtes Kaff in den Vereinigten Staaten, in dem Seltsames vor sich geht – und aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.

Zwischen Mord und Zeitparadoxon

Im Mittelpunkt steht „Secret Service“-Ermittler Ethan Burke (Matt Dillon, „Rumble Fish“), der im zunächst idyllisch anmutenden Provinznest „Wayward Pines“ zwei verschollene Agenten sucht. Einen davon findet er bald abgemurkst in einer verlassenen Hütte. Noch mysteriöser wird es, als er auch seine Kollegin Kate (Carla Gugino, „Watchmen) wiederfindet: Die ist binnen Wochen um zwölf Jahre gealtert, arbeitet nun als Spielzeug-Verkäuferin in Wayward Pines – und tut so, als ob das völlig normal wäre. Und welche Rolle spielt dieser melancholisch-bizarre Psychiater, der sich Dr. Jenkins (Toby Jones, „Die Tribute von Panem“) nennt? Je tiefer Ethan bohrt, umso mehr grausige und völlig verdrehte Geheimnisse findet er hinter den biederen Fassaden der Kleinstadt. Und als er sich aufmacht, in der nächsten Stadt Verstärkung von der Bundespolizei zu rufen, stellt er fest: Es führt kein Weg aus Wayward Pines. Wohin er auch fährt und geht – er dreht sich im Kreis…

Werbevideo (Fox):
 

Twin Peaks und Dark City grüßen

„Wayward Pines“ steht sichtlich in der Tradition von Mystery-Klassikern wie „Twin Peaks“, „Dark City“ oder „Akte X“ (oder „Bioshock„, um auch ein Beispiel aus der Spieleszene zu zitieren), hat ähnlich schräge Noten und versteht es immer wieder, den Zuschauer in die Irre zu führen. Mitten in der Staffel wechselt die Serie mal eben das Genre, enthüllt das große Geheimnis – und bleibt doch, anders als seinerzeit „Twin Peaks“, spannend bis zur letzten Minute. Um den Spaß am Mitfiebern nicht zu verderben, sei hier nicht zu viel verraten, aber die kriminalistische Rätselei erweist sich als nur eine von vielen Ebenen.

Der lächelnde Schein trügt: Ethan trifft seine - seltsamerweise binnen Wochen um 12 Jahre gealterte -Agenten-Kollegin Kate Hewson (Carla Gugino) als verheiratete Spielzeug-Verkäuferin in Wayward Pindes wieder. Szenen-Foto: Fox

Der lächelnde Schein trügt: Ethan trifft seine – seltsamerweise binnen Wochen um 12 Jahre gealterte – Agenten-Kollegin Kate Hewson (Carla Gugino) als verheiratete Spielzeug-Verkäuferin in Wayward Pindes wieder. Szenen-Foto: Fox

Konsequent und oft erbarmungslos

Was uns besonders gefallen hat: Im Gegensatz zu üblichen US-Serienmustern wird hier eine labyrinthische Geschichte nicht nur spannend, sondern auch logisch, konsequent und oft auch hart in einer Staffel durcherzählt. Einmal geködert, will der Zuschauer natürlich immer mehr und mehr. Doch angelegt ist diese Serie auf nur eine Staffel mit zehn Folgen, bis die Story ihr dystopisch-logisches Ende erreicht hat. Freilich bleibt abzuwarten, ob Fox angesichts der großen Resonanz auf diese Serie nicht vielleicht doch der Versuchung erliegt und eine zweite Staffel in Auftrag gibt.

Da in Deutschland im Bezahlfernsehen erschienen, hat „Wayward Pines“ hier vielleicht noch nicht mal die Aufmerksamkeit gefunden, die diese ungewöhnliche Serie verdient hat – was sich nun durch die Heimkino-Veröffentlichung vielleicht ändern mag. Die enthält neben den zehn Folgen mit Suchtpotenzial auch einiges Bonusmaterial. Darunter sind Dokus darüber, wie die sehr stimmige zeitlose Optik der Serien-Kleinstadt entworfen wurde, wie sich die Schauspieler ihren ambivalenten Rollen angenähert haben und mit weiteren Produktions-Infos.

Fazit: unbedingt angucken!

So schnell angefixt wie bei „Wayward Pines“ war ich schon lange nicht mehr. Schon nach wenigen Minuten fesselt diese ungewöhnliche US-Serie mit einer faszinierenden Story und als Gesamtkomposition aus starker Besetzung, Optik, Musik und Atmosphäre. Starke Serienkost. Autor: Heiko Weckbrodt

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„Wayward Pines – Ein guter Ort zum Sterben“ (Fox), dystopische Mystery-Serie, mit Matt Dillon, Carla Gugino, Toby Jones, Shannyn Sossamon, Juliette Lewis und Melissa Leo

Staffel auf 3 DVDs, FSK 16, DVD-Fassung 28 Euro, Bluray 33 Euro, 450 Minuten

1 Kommentare

  1. Littlefinger sagt

    Man muss der Serie zugestehen dass Sie es geschafft hat, dass ich sie bis zum Ende (welches leider absolut enttäuschend war) geguckt habe.
    Und das nicht WEGEN sondern TROTZ der Darsteller.
    Leider ziemlich eindimensionale Charakter und teilweise selbst in der OV unterirdische Dialoge und schauspielerische Leistungen ( vor allem M.Dillon ).
    Nichtsdestotrotz hat der Plot und die Serie gute Momente die einen immer weiter gucken lassen.
    Man bedient sich bei vielen bekannten Serien und Filmen aus dem Genre – aber das muss nicht immer schlecht sein .

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