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Dresden gespalten über Asyl

Nur wenige Dresdner teilen die Forderungen der fremden- und asylfeindlichen Pegida-Bewegung. Grafik: TU Dresden, Archiv-Foto Pegida-Demo: hw, Montage: hw

Nur wenige Dresdner teilen die Forderungen der fremden- und asylfeindlichen Pegida-Bewegung. Grafik: TU Dresden, Archiv-Foto Pegida-Demo: hw, Montage: hw

TU-Umfrage: Klare Mehrheit lehnt aber Pegida-Forderungen ab

Dresden, 21. Oktober 2015. Das Für und Wider von Asyl spaltet die Dresdner Bürgerschaft: Viele schwanken noch, was sie davon halten sollen – allerdings lehnt eine deutliche Mehrheit die Forderungen der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung ab. Das hat eine Telefonumfrage von TU-Sozialforschern im Juni 2015 unter 219 Dresdnern ergeben.

Lager der Schwankenden ist groß

Demnach machen die Sympathisanten für Asylsuchende eine relative Mehrheit (40,6 Prozent der Befragten) in der Bürgerschaft aus, nur 20,4 Prozent bringen ihnen keine Sympathien entgegen. Aber das Lager der Unentschlossenen ist mit 39 Prozent bemerkenswert groß.

Uni-Soziologen: Diese Menschen gilt es einzubinden

„Es ist unklar welche Position diese Menschen in Zukunft beziehen werden“, interpretiert die Forschungsgruppe der „Professur für Methoden der empirischen Sozialforschung“ am Institut für Soziologie der TU Dresden. „Diese Menschen gilt es zu erreichen, sie einzubinden, ihnen die Situation der Asylsuchenden transparent zu machen und sie als Zielgruppe politischer Bildung zu begreifen. Politik und Zivilgesellschaft werden sich um diese Menschen bemühen müssen. Das Resultat dieser Bemühungen wird die nächsten Jahre und Jahrzehnte nachhaltig beeinflussen.“

60 % gegen Pegida-Katalog

Viele Pegida-Anhänger zeigen sich bekanntermaßen in Diskussionen zum Beispiel in Facebook-Foren überzeugt, dass sie für eine schweigende Mehrheit der Bevölkerung sprechen und agieren. Dies wird durch die Befunde der TU-Soziologen indes überhaupt nicht gestützt: Laut der Umfrage lehnen über 60 % der Dresdner die Pegida-Forderungen ab, lediglich zwölf Prozent stimmen ihnen zu. Zur Erinnerung: Die sogenannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) wollen unter anderem einen sofortigen Asyl-Stopp, Asylgewährung ausschließlich für Christen, eine Massenabschiebung von Immigranten und einen Austritt Deutschlands aus der EU.

Mehrheit sieht in Zuwanderern eine Bereicherung

Dagegen sehen laut der TU-Umfrage ganz deutliche Mehrheiten der Dresdner in den Zugewanderten eine Bereicherung für das Zusammenleben (55,7 %), nur neun Prozent würden Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland verbieten wollen. Knapp 21 Prozent sehen in Asylsuchenden eine Bedrohung für die hiesige Kultur, über 56 % sehen das nicht so.

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