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Transplantationsmediziner beklagen Spenderorgan-Mangel

OP-Saal Foto: Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

Jährlich sterben Hunderte auf der Warteliste / Rund 800 Experten zu Kongress in Dresden erwartet

Dresden, 14. Oktober 2015. Die zu geringe Bereitschaft der Deutschen zur Organspende ist und bleibt das größte Problem für die Transplantations-Medizin in der Bundesrepublik: Allein im Jahr 2013 starben 965 Patienten, die zwar den Sprung auf eine der zentralen Wartelisten für Organ-Transplantationen geschafft hatten, für die aber nicht rechtzeitig ein Spenderorgan gefunden werden konnte. Dies wird auch eines der zentralen Themen zur „24. Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft“ (DTG) in Dresden sein. Die Veranstalter rechnen mit rund 800 Experten aus Deutschland und Europa, die vom 22. bis zum 24. Oktober 2015 im Dresdner Kongresszentrum über neue medizinische Fortschritte in der Organverpflanzung diskutieren wollen, aber eben auch über den Spendenmangel sowie die gesellschaftlichen, politischen und ethischen Rahmenbedingungen für die Transplantations-Medizin.

Sicht der Religionen und Medien auf Organverpflanzung

So wollen sich die Mediziner beispielsweise mit der Sicht von Medien und verschiedenen Religionen auf Organspende und -verpflanzung auseinandersetzen, über komplexe Operationen wie Kopf-Transplantationen diskutieren. Auch die Frage, wie sich die Abstoßungsreaktionen von Patienten gegen Fremdorgane besser vermeiden lassen, wird eine wichtige Rolle in den Vorträgen spielen, außerdem der wachsende Anteil älterer und multimorbider Anwärter auf eine Organverpflanzung.

Viele Mediziner wollen Widerspruchs-Prinzip für Organspende

Zur Debatte stehen dürfte auch wieder eine mehrfach wiederholte Forderung vieler Transplantations-Mediziner, die Zustimmungsreglungen zu Organspenden in Deutschland generell zu ändern: Gilt bisher hier das Prinzip, dass ein Mensch ausdrücklich seine Spende-Bereitschaft erklären muss, um als Spender in Frage zu kommen, verfechten sie das Widerspruchs-Prinzip. Das heißt, dass dann jeder als Organspender in Frage käme, der dem nicht ausdrücklich widersprochen hat.

Tagungspräsident in diesem Jahr ist der Dresdner Nieren-Experte Prof. Christian Hugo vom Uniklinikum Dresden.

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