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Internet-Chemielabor aus Dresden online

Im digitalen Chemtics-Labor kann man vom Nerd bis zuum Chemie-King aufsteigen.- Abb.: BSFs

Im digitalen Chemtics-Labor kann man vom Nerd bis zuum Chemie-King aufsteigen.- Abb.: BSFs

TU-Ausgründer von Chemtics haben Beta-Test gestartet

Dresden, 13. Oktober 2015. Der neue Internet-Chemiebaukasten der Dresdner TU-Ausgründung „Chemtics“ ist nun online und kann jetzt von Beta-Testern ausprobiert werden. Freigeschaltet sind in der Beta-Version allerdings erst ausgewählte Funktionen. Der erste Eindruck: Diese neue digitale Lernplattform für Chemie-Schulstoff ist breit angelegt und konzeptionell interessant. Allerdings sind noch – wie für eine Beta-Version üblich – auch noch einige Mängel ausgebügelt werden.

„Forschendes Lernen“ steht im Zentrum

Mit dem internet-basierten Chemiebaukasten steckt ein dreiköpfiges interdisziplinäre Gründerteam: Chemieingenieur Tobias Göcke (28), Kartographie-Ingenieurin Jeannette Milius (28) und Kaufmann Ralph Scholze. Die Absolventen der TU Dresden wollen die Vermittlung von Chemiewissen für Schüler und Studenten mit Hilfe von Internetechnik auf eine neue interaktive Stufe heben. „Forschendes Lernen“ solle dabei im Vordergrund stehen, so Mit-Gründer Tobias Göcke.

Ralph Scholze (l.), Tobias Göcke und Jeannette Milius sind "Chemtics" - hier in ihrem Firmensitz in einem Gebäude der TU Dresden. Foto: hw

Ralph Scholze (l.), Tobias Göcke und Jeannette Milius sind „Chemtics“ – hier in ihrem Firmensitz in einem Gebäude der TU Dresden. Foto: hw

In dem Online-Chemiebaukasten können die Nutzer je nach persönlicher Vorliebe anhand von Texten, Grafiken, Videos und/oder Spielen lernen und sich zum Beispiel über Hausaufgaben mittels einer integrierten Chat-Plattform austauschen. Der besondere Clou ist aber das Experimentier-Labor: Dort simulieren leistungsfähige Rechner aus der Amazon-Cloud den Ablauf auch komplexer chemischer Reaktionen – je nach den Parametern und Stoffen, die der Nutzer einstellt.

Ausgewählte Kapitel für Beta-Test freigeschaltet

Zum Start der Beta-Phase hat der Oiger dies teilweise auch ausprobieren können: Nachdem wir uns für einen Beta-Test per E-Mail-Formular angemeldet hatten, war ein Teil der künftigen Benutzeroberfläche für uns freigeschaltet: zwei von später 15 Lektionen („Metalle“ und „Stoffe im Gleichgewicht“). Dazu gehört neben eher klassischen aufbereiteten Lektionen über Stoßtheorie, Kinetik oder die Zusammenhänge zwischen Temperatur und Reaktionsgeschwindigkeit auch zwei Mini-Spiele. Ein Memory-Quiz beispielsweise, in dem wir Elemente und deren Symbole im Periodensystem zueinander bringen müssen. Oder auch ein Geschicklichkeits-Spiel, in dem wir stilisierten Teilchen genug Energie verpassen sollen, um sie zur Reaktion zu überreden.

10 Grad mehr und die chemische Reaktion flutscht doppelt so schnell, sagt der alte van't Hoff. Abb.: BSF

10 Grad mehr und die chemische Reaktion flutscht doppelt so schnell, sagt der alte van’t Hoff. Abb.: BSF

Kritik: Bedien-Erklärungen fehlen

Gerade bei letzterem Mini-Game wäre aber eine kleine Bedien-Erklärung sinnvoll gewesen. Auch finden sich in Formeln gelegentlich Fehlermeldungen wie „invalid markup“. Zudem haben wir ein Einführungsvideo ohne Ton gefunden. Solche Mängel sind zwar normal in einer Beta-Version, sollten aber auf jeden Fall ausgebügelt werden.

Was uns generell gestört hat: Wie der Chemiebaukasten bedient werden kann, bleibt ziemlich unklar. Die Ikons auf der Startoberfläche sind grafisch nicht gerade selbsterklärend. Auch mit dem Reaktions-Labor sind wir partout nicht klargekommen. Insofern ist das Potenzial des neuen Wissensvermittlungs-Ansatzes zwar mit ein bisschen Herum-Probiererei durchaus zu erkennen. Aber die Autoren sollten unbedingt über ein klar auffindbares Tutorial nachdenken.

Autor: Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

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