Spiele

App-Anbieter machen mit „Gratis“-Spielen den meisten Zaster

Gratis mit Abstrichen: Viele Spiele-Apps kann man zwar kostenlos herunterladen, finanzieren sich aber durch Mikro-Käufe innerhalb der App. Foto: Heiko Weckbrodt

Gratis mit Abstrichen: Viele Spiele-Apps kann man zwar kostenlos herunterladen, finanzieren sich aber durch Mikro-Käufe innerhalb der App. Foto: Heiko Weckbrodt

Umsatz durch Mikrotransaktionen in Spiele-Apps steigt um 72 Prozent

Berlin, 28. September 2015. „Kostenlose“ Spiele-Apps sind unter den deutschen Smartphone-Besitzern besonders beliebt: 95 Prozent aller geladenen Spiele-Apps in Deutschland gehören zu dieser Kategorie „Free to Play“. Aber: Gerade mit diesen vermeintlichen Gratis-Games machen die Spieler-Anbieter den meisten Zaster, hier sind die Umsatzsteigerungen besonders hoch. Das ist einer Statistik des „Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware“ (BIU) aus Berlin zu entnehmen.

Deutscher Spiele-App-Markt im 1. Halbjahr 2015 auf 175 Mio. € gewachsen

Demnach stiegen die Umsätze mit Spiele-Apps für Smartphones (Computertelefone) in der Bundesrepublik im ersten Halbjahr 2015 insgesamt um 54 Prozent auf 175 Millionen Euro im Vergleich zum 1. Halbjahr 2014. Gleichzeitig aber legten die Umsätze aus Mikrotransaktionen in „kostenlosen“ Spiele-Apps um 72 % auf 153 Millionen Euro zu. Damit stammen also 87 % der Spiele-App-Umsätze aus diesem Sektor.

Umsätze mit Spiele-Apps in Deutschland. Grafik: BIU

Umsätze mit Spiele-Apps in Deutschland. Grafik: BIU

Denn viele der vermeintlichen Gratis-Games sind nicht wirklich kostenlos für den Nutzer: Sie können zwar für 0 Cent geladen werden, finanzieren sich aber durch „In-App-Käufe“. Mit diesen Mikrotransaktionen per Fingertipp innerhalb der App können sich die Nutzer beispielsweise von lästigen Werbeeinblendungen oder Funktions-Einschränkungen freikaufen oder für ihre Spiele-Figuren und -Völker bessere Kleider, Waffen oder Rohstoffe erwerben. Dabei handelt es sich zwar in der Regel um Mini-Beträge. Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Dabei muss der Fairness halber freilich auch bedacht werden, dass der Funktionsumfang von solchen „Gratis“-Spielen oft deutlich über das hinausgeht, was in der PC-Ära in ebenfalls kostenlosen Shareware-Spieleversionen üblich war. Für die Spielergemeinde kann das Geschäftsmodell „Free to Play“ also unterm Strich durchaus als Fortschritt betrachtet werden – die Entscheidung, ob und wieviel In-App-Käufer man tätigt, hängt letztlich davon ab, wie „angefixt“ der Spieler ist.

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Deutschland in Europa zweitgrößter Spiele-App-Markt

Betrachtet man den gesamten App-Markt in Deutschland, so wird der wiederum von Spielen dominiert: Etwa drei Viertel aller Apps, die auf iPhones, Android- oder Windows-Telefone geladen werden, sind Games. Deutschland gilt laut BIU als der zweitgrößte Spiele-App-Markt in Europa. Im weltweiten Vergleich liegt die Bundesrepublik hier auf Platz 7. hw