Medizin & Biotech

Protonenkanone schießt genauer gegen Krebs

Ausgezeichnet: Dr. Kristin Stützer vom "Nationalen Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie" (OncoRay). Foto: G. Otto

Ausgezeichnet: Dr. Kristin Stützer vom „Nationalen Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie“ (OncoRay). Foto: G. Otto

Dresdner Forscherin Dr. Kristin Stützer ausgezeichnet

Dresden, 10. September 2015. Weil sie Protonenkanonen in der Krebstherapie zielgenauer gemacht hat, hat die Dresdner Dr. Kristin Stützer den Nachwuchspreis der Behnken-Berger-Stiftung bekommen. Das teilte das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) mit, das Stützers Arbeit gemeinsam mit dem OncoRay-Zentrum am Uniklinikum Dresden betreut hatte. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Teilchenbeschleuniger wird vor allem gegen versteckte Tumore eingesetzt

Die Protonentherapie wird vor allem gegen Tumore eingesetzt, die tief im Körper versteckt sind, oder bei denen es besonders wichtig ist, das umliegende gesunde Gewebe nicht zu schädigen – wie etwa bei Rückenmark-. oder Bauchspeicheldrüsen-Krebs. Denn Protonenkanonen können anders als Röntgenstrahlen sehr punktgenau Wucherungen zerstören.

Protonenbeschleuniger mit Gantry. Grafik: Oncoray, Uniklinik Dresden

Protonenbeschleuniger mit Gantry. Grafik: Oncoray, Uniklinik Dresden

Beschusserfolg wird durch Antimaterie-Blitze überprüft

Dafür müssen die großen Teilchenbeschleuniger allerdings auch sehr präzise ausgerichtet werden. Dafür werten die Mediziner die Blitze von Positronen (kleine Antimaterie-Teilchen) aus, die als „Abfallprodukt“ des Protonenbeschusses entstehen. Solche „Partikeltherapie-Positronen-Emissions-Tomographien“ (PT-PET) können dann genutzt werden, um den Erfolg des Protonenbeschusses zu überprüfen und die Teilchenkanone bei Bedarf nachzujustieren.

Neues Messverfahren wertet vier statt der Dimensionen aus

In ihrer Doktorarbeit hat Kristin Stützer diese Messmethode nun verbessert: Statt nur in den drei Raum-Dimensionen wertet ihr Messverfahren auch die vierte Dimension aus: Die Zeit nämlich, die die Positronen im Patientenkörper zurückgelegt haben. Dadurch können die Ärzte jetzt zum Beispiel auch den Beschuss von beweglichen Tumoren besser überprüfen, die ihre Position im Patientenkörper ständig verändern.