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Sachsens Industrie nicht mehr so wachstumsstark wie vor der Krise

Umsatz-Entwicklung der Industrie in Sachsen seit der Wende. Abb.: Stat. Landesamt Kamenz

Umsatz-Entwicklung der Industrie in Sachsen seit der Wende. Abb.: Stat. Landesamt Kamenz

Langzeitstatistik zeigt aber auch: Der Umsatzdämpfer von 2008/09 ist überwunden

Kamenz, 21. August 2015. Die sächsische Industrie hat seit der Weltwirtschaftskrise 2008-2010 deutlich an Schwung verloren, aber die Kriseneffekte inzwischen überwunden. Das geht aus einer Langzeitauswertung des Statistischen Landesamtes in Kamenz hervor. Demnach hat die Industrie in Sachsen ihre Umsätze seit der Wende nominal vervierfacht, rechnet man die Inflation heraus, kommt man immerhin noch auf eine Umsatz-Verdreifachung.

In Sachsen kamen Chipkrise und Wirtschaftskrise zusammen

1991 lag der Industrieumsatz im Freistaat demnach bei umgerechnet zirka 15 Milliarden Euro und kletterte seitdem recht dynamisch und kontinuierlich bis auf knapp 60 Milliarden Euro bis zum Jahr 2007. Die Krise setzte in Sachsen etwas früher ein als in anderen ostdeutschen Ländern, weil hier die Mikroelektronik ein großes Gewicht hat und kurz vor der Weltwirtschaftskrise auch ein tiefer Abschwung in der weltweiten Halbleiter-Branche einsetzte, der unter anderem auch das Qimonda-Chippeicherwerk in Dresden mit in den Abgrund riss.

2008 und 2009 sackte der sächsische Industrieumsatz dann um rund 15 Prozent ein, der Export schrumpfte sogar um über ein Fünftel. In den Folgejahren erholten sich die Industrieumsätze dann wieder, 2014 wurden dann mit fast 61 Milliarden Euro die Vorkrisenwerte überschritten. Allerdings wächst die Industrie im Freistaat seit 2010 nicht mehr so dynamisch wie vor der Weltwirtschaftskrise. hw

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