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Jeder 8. Deutsche fühlt sich von Technik-Zug abgekoppelt

Grafik: YouGov

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Neues Umfrage-Buch erklärt, „Wie wir Deutschen ticken“

Köln, 10. August 2015. Die Deutschen mögen Technik, aber bei weitem nicht so vehement, wie ihnen nachgesagt wird: Zwei Drittel von ihnen kommt nach eigenem Bekunden „mit technischen Geräten klar“, nutzt aber nicht alle Funktionen. Immerhin zwölf Prozent fühlen sich durch die technische Entwicklung abgehängt: „Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, muss man schon wieder umlernen“, so ihr Tenor. Die verbleibenden 21 Prozent sind eher Technik-Fans, freunden sich mit neuen Geräten sehr schnell an. Das geht aus dem heute vorgestellten Buch „Wie wir Deutschen ticken“ von Christoph Drösser und Holger Geißler hervor.

„Menschen lesen gern Meinungsumfragen“

Das Meinungsforschungsinstitut „YouGov“ hatte dafür zwischen September 2014 bis April 2015 in über 80 Erhebungen jeweils rund 1000 Menschen nach ihren Sicht- und Denkweisen online befragt – laut „YouGov“-Angaben nach einem repräsentativen Muster. Man habe ein möglichst repräsentatives Bild der Ansichten und Vorlieben der über 80 Millionen Menschen in Deutschland generieren wollen, mit all ihren Spleens und Ticks, wie die Autoren betonen. Denn: „Menschen lesen gern Meinungsumfragen, weil sie sich vergleichen wollen, ihre Position in der Gesellschaft bestimmen“, argumentiert Herausgeber Drösser. Und nicht zuletzt beeinflussen solche Umfrage den einzelnen, bewegen ihn dazu, seine (oder ihre) Positionen zu überdenken.

Jeder 2. hat mehr als 50 Bücher daheim

So räumt die Umfrage auch mit ein paar Klischees auf, die sich in den Köpfen festgesetzt haben – zum Beispiel, dass das Volk der Dichter und Denker lesefaul und literaturabstinent geworden wäre. So gaben beispielsweise 73 % der Frauen und zumindest 48 % der Männer an, gerne Bücher zu lesen. Über die Hälfte der Deutschen hat mehr als 50 Bücher daheim gehortet. 21 Prozent der Befragten schreiben sogar selbst Gedichte. Und: Eine große Mehrheit von 75 % bevorzugt immer noch gedruckte Bücher, eBooks haben sich insofern noch nicht so recht durchsetzen können.

Sex im Stehen geht gar nicht

Der abgefragte Themenmix ist bunt: So erfahren wir beispielsweise, dass die Hälfte der Deutschen beim Sex die Missionarsstellung bevorzugt, Sex im Stehen dagegen nur für ein Prozent in Frage kommt. Oder dass fast jeder zweite findet, dass man sich in Deutschland zu wenig umarmt. Oder dass ein Drittel der Deutschen sein oder ihr Auto mindestens einmal im Quartal in die Waschanlage fährt. Dass 53 Prozent Spucken auf der Straße ekelig finden, sich aber immerhin 18 % vor Vanilleeis mit Ketchup ekeln. Und, um ein wenig ernster zu werden: 23 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass die Wiedervereinigung ein Fehler war. Nun ja… hw

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Christoph Drösser: „Wie wir Deutschen ticken“, Edel-Verlag Hamburg, 192 Seiten, Hardcover, 20 Euro, ISBN 978-3-8419-0346-4