Hardware

Carrera RC Video One: Hübsche Mini-Drohne mit Kamera

Kurz vor dem Start am Elbufer in Dresden: Die Mini-Drohne RC Video One von Carrera sieht klein aus, düst aber enorm schnell los. Foto: Heiko Weckbrodt

Kurz vor dem Start am Elbufer in Dresden: Die Mini-Drohne RC Video One von Carrera sieht klein aus, düst aber enorm schnell los. Foto: Heiko Weckbrodt

Dynamischer Quadcopter vom Spielzeug-Autobahn-Hersteller

Wer wild auf ein paar spektakuläre Luftvideos seiner Stadt ist – oder einfach etwas neugierig darauf, was die Leute ein paar Straßen weiter so treiben –, wird sich nicht unbedingt gleich ein Kleinflugzeug oder einen Heli leisten können. Zum Glück aber sind Mini-Drohnen inzwischen so preiswert und technisch so aufgerüstet, dass das kein Problem mehr ist. Wir haben beispielsweise jetzt die Spielzeug-Drohne „Video One“ von Carrera getestet, die bereits eine 2-Megapixel-Kamera an Bord hat. Und waren beeindruckt von der Dynamik des kleinen Fluggeräts, warnen aber auch gleich: Um damit genau die Filme aus der Vogelperspektive hinzubekommen, die man sich vorstellt, sollte man Geduld und ruhige Nerven mitbringen.

Bunte Blinker-LEDs

Schon wenn man den etwa kuchentellergroßen roten Quadcopter einschaltet, bekommt man gleich etwas fürs Auge geboten: An der Mini-Drohne sind bunt-blinkernde LEDs angebracht, die besonders bei Abendflügen schwer was hermachen.

Unpack-Video (hw):

Power der vier Rotoren nicht unterschätzen!

Keineswegs unterschätzen sollte man die Kraft, mit der der 380-mAh-Polymerakku die vier Rotoren antreibt. Dem Handbuch-Vorschlag, erst mal den auf 30 % gedrosselten Anfängermodus auszuprobieren, sollte man unbedingt folgen, wenn man nicht schon Routine mit solchen Fluggeräten hat. Denn drückt man den Gashebel an der Fernbedienung unbedacht voll durch, steigt die „Video One“ auf wie Schmidts Flug-Katze.

Tipp: Erst trimmen und ungefährliches Übungsareal suchen

Unsere Empfehlung ist, den Copter erst mal nur knietief aufsteigen zu lassen (eventuell in einem großen Wohnzimmer mit geschlossenen Fenster) und ihn erst mal mit den Schiebeschaltern neben beiden Steuerhebeln zu „trimmen“. Das heißt, ihn damit so lange auszutarieren, bis der Quadcopter halbwegs stabil aufsteigt, ohne in eine Richtung auszubüxen.

Der Quadcopter RC Video One hat, wie es der Name schon sagt, 4 Rotoren, eine Kamera an der Nase und blinkernde Farb-LEDs - ein Hingucker. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Der Quadcopter RC Video One hat, wie es der Name schon sagt, 4 Rotoren, eine Kamera an der Nase und blinkernde Farb-LEDs – ein Hingucker. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Auch sollte man sich für die ersten Flüge im Freien eine sehr weite Übungsfläche ohne Hindernisse wie Bäume und Sträucher und ohne viel befahrene Straßen in der Nähe aussuchen. Denn trotz Trimmung im Wohnzimmer sorgt im Regelfall der Wind dafür, dass die Drohne ganz schnell sonstnochwohin entschwindet und dabei auch fix ganz erhebliche Höhe gewinnt – viel Spaß beim Wiederfinden! Womit wir auch bei einem Kritikpunkt wären: Eine Suchfunktion, und sei es auch nur durch per Zappe auslösbare Ortungstöne, wäre sicher eine sinnvolle Verbesserung an dem Gerät.

Looping und Videostart per Zappe

Wer Vor, Zurück, Hoch, Runter und Auf-der-Stelle-drehen an der 2,4-Gigahertz-Fernbedienung gemeistert hat, kann sich dann an die Kür wagen: Mit einem Extra-Schalter kann man einen Looping auslösen, für den die Drohne allerdings 2,5 Meter Freiraum haben sollte. In Summe soll man laut Carrera auf sieben Minuten Flugzeit kommen, wobei wir bei unseren Tests da oft den Eindruck hatten, dass das eine eher vorsichtige Schätzung ist.

Werbung
 

Simpel sind die Video- und Foto-Aufnahmen, die ebenfalls per Zappen-Knopf ausgelöst werden. Die Filme und Bilder werden aber nicht live zur Erde gesendet, wie bei den Drohnen in Film und Fernsehen, sondern auf einer Mini-SD-Karte an Bord der Drohne abgespeichert. Die kann man nach der Landung mit einem mitgelieferten USB-Adapter dann auf den Computer überspielen. Töne nimmt die Drohne allerdings nicht auf, was vielleicht nicht nur daran liegen mag, dass Carrera ein Mikro sparen wollte: Zum einen drehen sich die Rotoren recht laut, zum anderen soll der Quadcopter nicht missbraucht werden, um Nachbarn auszuspionieren, wie der Hersteller ausdrücklich im Handbuch warnt.

Fazit: tolles Spielzeug

Die Carrera-Drohne ist ein faszinierendes Spielzeug, das erst durch die Fortschritte in der neueren Akku- und Elektromotor-Entwicklung möglich und bezahlbar geworden sind. Nicht nur verspielte Nerds werden diese Mini-Drohne lieben. Allerdings sollte man Geduld und Zeit einplanen, um die Drohnen-Steuerung zu meistern. Autor: Heiko Weckbrodt

Quadcopter RC Video One (Carrera), Kleindrohne mit Kamera, ca. 60 Euro

 

Technische Daten:

Flugzeit: 7 Minuten (+)
Akku-Ladezeit (per USB-Kabel): 1 Stunde
Kamera: 2 Megapixel
Video- und Foto-Speicher: Mini-SD-Karte an Bord (USB-Adpater für den PC mitgeliefert)
Fernbedienung: angetrieben mit 6 Batterien (mitgeliefert), 2,4 GHz
Wechselrotoren werden mitgeliefert
Hinweis: Wem die Mini-Schrift im mitgelieferten Papier-Handbuch zu winzig ist, findet hier die digitale Version