Forschung

Monsterkrabbler Arthropleura eilt von Panggea nach Freiberg

Die Fährte und Lebendkonstruktion von Anthropleura im Humboldt-Bau. Foto: TU Bergakademie Freiberg

Die Fährte und 1:1-Rekonstruktion von Anthropleura im Humboldt-Bau. Foto: TU Bergakademie Freiberg

New Mexico schenkt Sachsen Fährtenabdruck des ausgestorbenen Riesen-Tausendfüßlers

Freiberg, 7. Juli 2015. Hätte es damals schon Menschen gegeben, wäre der Arthropleura vor rund 300 Millionen Jahren zweifellos eine der ganz großen Monster-Attraktionen seiner Zeit gewesen: Ein Riesentausendfüßer von zweieinhalb Metern Länge, der auf 64 Beinchen in Affentempo über den legendären Ur-Kontinent Pangea zwischen dem heutigen Nordamerika und Osteuropa hin- und herkrabbelte, seine Beute mit einem lähmenden Giftbiss überwältigte und wahrscheinlich eine große Ähnlichkeit mit Viechern hatte, die heute nur noch Horror-Science-Fiction-Filme bevölkern.

Dieser glücklicherweise ausgestorbene Zeitgenosse des Karbon-Zeitalters ist zum Fossil des Jahres gewählt worden – und seit heute stellt die Bergakademie Freiberg Arthropleuras Spuren aus: Neben einer lebensgroßen Rekonstruktion des Riesentausendfüßlers ist im Humboldt-Bau der Uni nun der 2,60 Meter mal 1,60 Meter große Abguss seiner Fußspur ausgestellt. Die wurde 2005 im „El Cobre“-Canyon von New Mexico in den USA unter Mitwirkung von Prof. Jörg W. Schneider vom Institut für Geologie der Bergakademie geborgen. Das „New Mexico Museum of Natural History and Science” in Albuquerque hat den Sachsen den Abguss geschenkt.

Schneller Jäger auf 64 Beinen verspeiste wohl 1,5-Meter-Reptilien

Der Arthropleura war vermutlich ein schneller Jäger, der möglicherweise bis zu eineinhalb Meter lange Amphibien und Reptilien verspeiste. Er war nach Einschätzung der Freiberger Forscher der größte Gliederfüßer, der je auf der Erde gelebt hat. Er starb wahrscheinlich aus, weil das Erdklima zu heiß wurde und seine Lebensräume austrockneten. Hoffen wir, dass die derzeitige Hitze kein schlechtes Omen für uns ist…