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Neues Internetportal Hey Dresden online

Das neue Portal "Hey Dresden" soll Geschichten und Meldungen aus der Dresdner Blogger-Szene bündeln. Abb.: BSFDas neue Portal "Hey Dresden" soll Geschichten und Meldungen aus der Dresdner Blogger-Szene bündeln. Abb.: BSF

Das neue Portal „Hey Dresden“ soll Geschichten und Meldungen aus der Dresdner Blogger-Szene bündeln. Abb.: BSF

Portal bündelt Blogs und Nachrichtenportale aus Dresden – will aber mehr als nur News-Aggregator sein

Dresden, 16. Juni 2015. In der sächsischen Landeshauptstadt ist ein neues Nachrichten-Internetportal gestartet. „Hey Dresden“ ist soll sich laut Betreiber-Angaben vor allem an ein jüngeres Publikum richten und zunächst vor allem Beiträge aus Stadtleben, Kultur, Politik und Wissenschaft sowie Ausflugstipps bieten. Es bündelt Geschichten und Meldungen mehrerer lokaler Blogger und Nachrichtenportale– darunter auch von Oiger.de.

Initiator: Wollen auch beweisen, dass man vom Bloggen leben kann

Bislang hat „Hey Dresden“ keine eigene Redaktion, sondern fasst die Beiträge der angeschlossenen Blogger unter einem Dach als Zweitverwertung zusammen. Konzeptionell werde dieses Portal aber mehr sein als ein bloßer „News-Aggregator“ (automatischer Nachrichtensammler), betonte Mitinitiator Marcus Franke. „Unser Ziel ist es, den Besuchern an einer Stelle einen Überblick über all die Themen zu geben, über die Dresdner Blogger schreiben, ohne wie ein monolithischer Verlag aufzutreten“, sagte er. „Den Bloggern wiederum eröffnen wir mehr Reichweite für ihre Beiträge, die wir sehr intensiv über die Social Networks beziehungsweise Communities bekannt machen wollen.“ Zudem könnten die Autoren durch die Zweitverwertungs-Entgelte auch gewisse Einnahmen erwirtschaften. Seine Vision: „Wir wollen beweisen, dass es auch in Deutschland Möglichkeiten gibt, vom Bloggen zu leben.“ Und gerade dieses Thema beschäftigt viele Blogger in Sachsen ganz besonders, wie jüngst erst die Diskussionen am Bloggerstammtisch des „Deutschen Journalistenverbandes“ (DJV) Sachsen in Dresden gezeigt hatten.

Marcusa Franke. Foto: privat

Marcusa Franke. Foto: privat

Neustadtgeflüster, Oiger und „Sachsen erkunden“, weitere Blogger erwünscht

Hinter der Initiative stehen die Genossenschaft „Markenzoo“ und die Internetagentur „Conversion Junkies“. Sie kaufen sich die Zweitverwertungsrechte an ausgewählten Beiträgen der Partner-Blogger ein, die sie dann in Kopie und als Volltext auf „Hey Dresden“ publizieren. Zum Start mit dabei sind Jan Frintert vom Neustadtgeflüster, Matthias Neidhardt vom Wander- und Touren-Blog sachsen-erkunden.de, Heiko Weckbrodt vom Wirtschafts- und Forschungs-Portal „Oiger“ und Ronny Siegel von den Conversion Junkies, der u.a. das Reise-Blog ploync.de betreibt. Mit weiteren Bloggern seien Verhandlungen im Gange, sagte Marcus Franke. Finanzieren soll sich das Portal vor allem durch Werbe-Einnahmen.

Vermarktung vor allem über Facebook & Co.

Damit die beteiligten Blogger bei Google nicht in der Suchmaschinen-Platzierung „abgestraft“ werden, weil ihre Beiträge zweifach im Netz erscheinen („Doppelter Content“), werden die bei „Hey Dresden“ eingeschleusten Artikel mit einem nach außen nicht sichtbaren, aber für die Google-Suchspinnen auslesbaren Etikett versehen. Das signalisiert der Suchmaschine, dass des sich lediglich um Kopien von Original-Artikeln handelt. „Hey Dresden“ soll daher vor allem über eine aktive Vermarktung über Facebook. Google+ und andere Netzwerke Besucher gewinnen. Der Ansatz sei dabei, die Verweise in diesen Social Networks breiter und öfter zu streuen, als es die Autoren selbst schaffen, erklärte Marcus Franke. „Bei der Informationsvielfalt, die man auf Facebook heute findet, gehen solche Beiträge sonst meist im Stream einfach unter.“

Autor: Heiko Weckbrodt