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Vandalen fackeln historischen Mitropawagen ab

Nur noch klägliche Reste blieben von dem am 7. Juni durch Vandalen abgefackelten historischen Mitropawagen übrig. Foto: ISEG

Nur noch klägliche Reste blieben von dem am 7. Juni durch Vandalen abgefackelten historischen Mitropawagen übrig. Foto: ISEG

Feuerteufel werfen Pläne Dresdner Eisenbahn-Enthusiasten zurück

Dresden, 14. Juni 2015. Zunächst war es nur die lapidare abendliche Meldung des MDR, dass es zwischen Gotha und Erfurt zu Zugverspätungen gekommen sei, weil noch unbekannte Täter einen historischen Mitropawagen am Bahnhof Gotha in Brand gesetzt hätten. Nun wird bekannt, dass es sich um einen Schadensfall übelster Sorte handelt, der einen in Dresden ansässigen gemeinnützigen Verein direkt trifft.

Initiative wollte historischen sächsische Schnellzug wieder auf die Gleise bringen

Eigentümer des praktisch total zerstörten Wagens ist die „Initiative Sächsische Eisenbahngeschichte“ (ISEG). Der Verein hatte den Wagen zusammen mit zwei weiteren aus der Zeit vor der Gründung der Deutschen Reichsbahn von Thüringer Eisenbahnfreunden erworben mit dem Ziel, die drei Wagen auf dem Schienenwege nach Dresden zu überführen. Einen vierten hierzu passenden Wagen hat der Verein bereits im Dresdner Raum sicher untergebracht. Die Visionen des Vereins haben das Ziel, eines fernen Tages mit einem kompletten original sächsischen Schnellzug auf die Strecken im Freistaat gehen zu können. Tatsächlich waren solcherart gebildete Züge über Jahrzehnte hinweg auch im Eisenbahnknoten Alltagsbild.

Der abgebrannte Wagen wurde 1913 gebaut. Er war bis nach 1990 für das Verkehrsmuseum reserviert und zeitweise auf dem Bahnhof Dresden-Altstadt abgestellt. Mit dem Wechsel des Museums in kommunale Hand trennte sich die Museumsleitung von den drei Schnellzugwagen, sie kamen nach Thüringen.

Verein erwägt, Wagenreste nach Dresden zu überführen

Die Feuerteufel hatten in Gotha bereits an einem zweiten Wagen angezündet. Da aber Anwohner recht schnell die Feuerwehr alarmierten und diese die weitere Brandentfachung verhindern konnte, blieb der Schaden auf einen Wagen begrenzt. Jetzt ermittelt die Kripo nach den Tätern, vermutet werden Jugendliche. Der Verein prüft jetzt an Ort und Stelle, ob es noch Sinn hat, die beiden Drehgestelle und den Rahmen des Wagens auf dem Tieflader nach Dresden zu überführen. Das wiederum würde richtig Geld kosten – Geld, das der Verein über Spenden zusammenbringen will. Er bittet die Öffentlichkeit deshalb um Unterstützung. Autor: Peter Weckbrodt

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[caption id="attachment_67607" align="alignleft" width="117"]Peter Weckbrodt. Foto: IW Peter Weckbrodt. Foto: IW[/caption]Peter Weckbrodt hat ursprünglich Verkehrswissenschaften studiert, wohnt in Dresden und ist seit dem Rentenantritt journalistisch als freier Mitarbeiter für den Oiger und die Dresdner Neuesten Nachrichten tätig.