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Kritik an schlechter Fluganbindung Dresdens

Von und nach Dresden gibt es nur wenige internationale Direkt-Flugverbindungen für Geschäftsreisende - hier ein Airbus A319 von Aeroflot beim Start vom Airport Dresden. Foto: Flughafen Dresden GmbH, Michael Weimer

Von und nach Dresden gibt es nur wenige internationale Direkt-Flugverbindungen für Geschäftsreisende – hier ein Airbus A319 von Aeroflot beim Start vom Airport Dresden. Foto: Flughafen Dresden GmbH, Michael Weimer

„dresden concept“-Vorstand: Wenn Top-Leute aus USA in Bus umsteigen müssen, kommen die nicht

Dresden, 14. Mai 2015. Die schlechten Flugverbindungen sind ein ernster Nachteil für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Dresden. Das hat Prof. Wieland Huttner von „dresden concept“ eingeschätzt – als Vize-Vorstandsvorsitzender spricht der Max-Planck-Forscher damit für einen Verbund von 23 universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen der sächsischen Landeshauptstadt. „Wenn wir Top-Leute aus Harvard oder Stanford hierher holen wollen und die müssen zwischendurch vom Flugzeug auf den Zug oder Bus umsteigen, um nach Dresden zu fahren, dann kommen die einfach nicht“, sagte er.

Prof. Huttner: Leipzig-Leitung für Airport Dresden ist „schwerer Fehler“

Prof. Wieland Huttner. Abb.: MPI-CBG

Prof. Wieland Huttner. Abb.: MPI-CBG

Der nächste Airport mit Direktverbindungen in die USA und nach Asien ist von Dresden aus gesehen der Flughafen Berlin-Schönefeld. Der Dresdner Airport bietet für Geschäftsreisende nur Flüge von und nach wenigen ausgewählten europäischen Drehkreuzen wie London, Moskau oder Frankfurt. Obwohl es in Leipzig in dieser Hinsicht auch nicht viel besser aussieht, wittert Huttner Benachteiligung: „Ich halte es für einen schweren Fehler, dass der Dresdner Flughafen von Leipzig aus gemanagt wird“, betonte er.

Verkehrsproblem schon oft kritisiert

Bereits in der Vergangenheit hatten Vertreter aus Wirtschaft und Forschung immer wieder – vor allem mit Blick auf Großtagungen und Messen – die schlechte Fluganbindung Dresdens kritisiert. Eine Hochgeschwindigkeits-Bahnverbindung zwischen Dresden und dem Flughafen Berlin-Schönefeld, die dieses Problem entschärfen würde und über die auch immer wieder diskutiert wurde, ist wohl erst in fernerer Zukunft zu erwarten. Dass wiederum die Fluggesellschaften dazu zu bewegen sind, deutlich mehr internationale Ziele von Dresden aus anzusteuern, gilt allerdings auch als wenig wahrscheinlich: Um Dresden herum gibt es keinen Riesenballungsraum wie etwa um Frankfurt/Main mit entsprechendem Passagier-Potenzial. Autor: Heiko Weckbrodt

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