Forschung

TU Dresden schaltet neuen Supercomputer ein

Der neue Supercomputer der TU Dresden. Im hochabgesicherten Server-Raum ist noch viel Platz für Erweiterungen. Foto: Heiko Weckbrodt

Der neue Supercomputer der TU Dresden. Im hochabgesicherten Server-Raum ist noch viel Platz für Erweiterungen. Foto: Heiko Weckbrodt

35.000 Prozessorkerne büffeln nun an neuen Werkstoffen, Autos, Maschinen und Bio-Aufgaben

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Foto: BMBF

Johanna Wanka. Foto: BMBF

Dresden, 13. Mai 2015. Die Technische Universität Dresden hat heute ihren neuen Supercomputer-Komplex „HRSK II“ eingeschaltet. Der wassergekühlte Rechner arbeitet mit 35.000 Prozessorkernen. Im Endausbau soll er 43.000 Prozessorkerne umfassen und 1,5 Billiarden Fließkomma-Rechnungen pro Sekunde (Petaflops) schaffen. „Supercomputer sind wichtige Innovationstreiber für den Automobil- und Maschinenbau, für die Medizin und viele andere Bereiche“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU), bevor sie auf den (eher symbolischen) dicken grünen Einschaltknopf für das Elektronenhirn drückte. Der Rechner werde zweifellos den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Sachsen spürbar stärken.

Das Lehmann-Zentrum wirkt ein wenig wie eine Festung im Hang hinauf zur Dresdenr Südhöhe. Das ist Absicht: Unbefugten ist der Zutritt streng verboten. Foto: Heiko Weckbrodt

Das Lehmann-Zentrum wirkt ein wenig wie eine Festung im Hang hinauf zur Dresdenr Südhöhe. Das ist Absicht: Unbefugten ist der Zutritt streng verboten. Foto: Heiko Weckbrodt

Lehmann-Zentrum kostete 60 Millionen Euro

Der Bund und der Freistaat Sachsen hatten insgesamt rund 60 Millionen Euro in das Projekt gesteckt: Der vom französischen Unternehmen „Bull“ gelieferte Supercomputer selbst kostete nebst Infrastruktur rund 15,5 Millionen Euro. Weitere 43,5 Millionen Euro kostete der Bau des hochabgesicherten Lehmann-Zentrums, in dem der Computer verbunkert ist.

Das Gebäude nahe der Nöthnitzer Straße ist nach Dresdner Informatik-Pionier Nikolaus Joachim Lehmann (1921-1998) benannt. Der Komplex soll perspektivisch zu einem führenden Zentrum für Software-Entwicklung ausgebaut werden.

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Rechenhitze wird wiederverwendet

Neben der puren Rechenleistung, die ihn zu einem der schnellsten Supercomputer in Deutschland macht, hat der „Hochleistungsrechner- und Speicherkomplex HRSK II“ auch energetische Besonderheiten: Statt mit Luft wird er mit Warmwasser (bis zu 55 Grad Celsius) gekühlt, um seine Abwärme effektiver ableiten zu können. Letztere wird im Übrigen nicht hinaus in die Stadtluft gepustet, sondern beheizt gleichzeitig das Lehmann-Zentrum und das benachbarte neue Photophysik-Institut.

Elektronenhirn soll Standort Sachsen stärken

Land und TU hoffen, mit dem Supercomputer die Wettbewerbsfähigkeit von Forschung und Hochtechnologie-Wirtschaft in Sachsen nachhaltig zu verbessern. Benutzt werden kann der HRSK II nicht nur von Dresdner TU-Forschern, sondern auch Wissenschaftlern aus dem ganzen Freistaat. Ein Schwerpunkt wird die Simulation neuer Werkstoffe sein. Aber auch Mediziner, Auto- und Maschinenkonstrukteure, Astrophysiker und viele andere wollen ihn einsetzen. Autor: Heiko Weckbrodt

Foto: Heiko Weckbrodt

Warnlampe im Serverraum. Foto: Heiko Weckbrodt