Wirtschaft

Leichtbau-Boom beflügelt Dresdner Karbon-Prüfexperten

Die Suragus-Prüfanlagen verwenden Wirbelströme, um die Qualität von Karbon-Bauteile in Sekundenbruchteilen zu testen. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Suragus-Prüfanlagen verwenden Hochfrequenz-Wirbelströme , um die Qualität von Karbon-Bauteile in Sekundenbruchteilen zu testen. Foto: Heiko Weckbrodt

Fraunhofer-Ausgründung „Suragus“ sorgt für Qualität in Kohlenstoff-Autos und -Flugzeugen

Dresden, 7. Mai 2015. Die wachsende Nachfrage für Karbon und andere Leichtbau-Materialen im Automobil- und Flugzeugbau sorgt bei der Werkstoff-Prüffirma „Suragus“ in Dresden wachsende Nachfrage. Die Fraunhofer-Ausgründung hat ein spezielles Hochfrequenz-Wirbelstrom-Verfahren entwickelt, das die Qualität von Bauteilen aus Kohlenstoff-Verbundwerkstoffen, Nanoröhrchen und anderen Hightech-Werkstoffen mit hoher Geschwindigkeit testen kann. Die Resonanz – insbesondere auch internationaler – Kunden darauf sei sehr groß, sagte Suragus-Chef Marcus Kleine.

Internationale Nachfrage: 75 % Exportquote

Suragus-Chef Marcus Klein. Foto: hw

Suragus-Chef Marcus Klein. Foto: hw

„Inzwischen realisieren wir 75 Prozent unseres Umsatzes im Ausland und ständig kommen neue Anfragen aus ganz verschiedenen Branchen“, betonte er. Aus Geheimhaltungsgründen dürfe er keine Endkunden nennen. Aber es ist wohl davon auszugehen, dass dazu BMW und Airbus gehören – beide Unternehmen setzen in wachsendem Maße auf Karbon, um ihre Autos (BMW i3, Airbus 380) leichter konstruieren zu können. Bekannt ist aber jedenfalls, dass Suragus mit „Hightex“ in Klipphausen zusammenarbeitet – diese 1991 entstandene Ausgründung des Instituts für Polymerforschung Dresden ist auf Faserverbund-Bauteile spezialisiert, die u.a. im Roboter- und Flugzeugbau eingesetzt werden.

Hightech-Firma will mehr Ingenieure anheuern

Karbon-Spule. Foto: hw

Karbon-Spule. Foto: hw

Suragus selbst entstand vor fünf Jahren als Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren Dresden. Das Unternehmen beschäftigt heute im städtischen Nanocenter Dresden-Nord in den ehemaligen ZMD-Gebäuden rund 20 Mitarbeiter und kommt auf rund eine Million Euro Jahresumsatz. Die hier entwickelte und produzierte Prüftechnik untersucht mehrschichtige Hightech-Werkstoffe, indem sie Wirbelströme in das Material induziert. Aus der gemessenen Leitfähigkeit können Computer dann die Verarbeitungsqualität zum Beispiel von Kohlenfaser-Verbundbauteilen ermitteln.

 

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Die Systeme schaffen bis zu 50.000 Messungen pro Sekunde und sind damit auch für den Großserien-Einsatz interessant. Vor allem auch die Wirtschaftsförderung Sachsen habe sehr geholfen, internationale Partner und Kunden zu finden, betonte Marcus Klein. Demnächst werde man weitere Ingenieure anheuern und den internationalen Vertrieb ausbauen, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, kündigte der Geschäftsführer an.

Autor: Heiko Weckbrodt