Ausflugstipp, Dresden-Lokales

Oigers Wochenendtipp: Auf zu den Dardanellen – nach Moritzburg!

Blick auf den Leuchtturm, an dem der sächsische Adel seinerzeit die Dardanellen-Schlacht spielte. Foto: Peter Weckbrodt

Blick auf den Leuchtturm, an dem der sächsische Adel seinerzeit die Dardanellen-Schlacht spielte. Foto: Peter Weckbrodt

Frühlingsausflug nach Pseudo-Kleinasien

Dresden/Moritzburg, 25. April 2015: Der Frühling hat seinen Höhepunkt erreicht. Höchste Zeit also, sich ins Grüne zu begeben. Nach drei stark techniklastigen Ausflugsvorschlägen setzt der Oiger diese Woche konsequent auf Natur, Kunst und Vergnügen. Das alles kommt perfekt zusammen in der Moritzburger Teich- und Waldlandschaft. Wir starten am Bahnhof Moritzburg. Für die Anfahrt haben wir die Wahl zwischen der Genusstour mit der Schmalspureisenbahn „Lößnitzdackel“ von Radebeul aus, der bequemen Fahrt mit dem Linienbus oder dem schnellen Pkw.

Schloss Moritzburg geht auf ein Jagdschloss aus dem Jahr 1542 zurück, wurde aber ab 1723 im barocken Stil völlig umgebaut. Foto: Peter Weckbrodt

Schloss Moritzburg geht auf ein Jagdschloss aus dem Jahr 1542 zurück, wurde aber ab 1723 im barocken Stil völlig umgebaut. Foto: Peter Weckbrodt

Sächsischer Hofadel wollte auch ein wenig Türkenkrieg spielen

Am Bahnhof folgen wir der Beschilderung „Dardanellenweg“. Der führt nicht ins türkische Anatolien, sondern lauschig durch den Wald zum Großteich. Hier entdecken wir bald Festungsanlagen (fast) im Modelleisenbahnformat. Die Schießscharten lassen den einstigen Zweck ahnen. Selbst nicht ruhmreich auf dem russisch-türkischen Schlachtfeld anno 1770 mit dabei, wollte der sächsische Hofadel zumindest mit Minifregatten, kleinen Kanonen etc. seinen Spaß am Kriegsspiel haben. Später, wenn wir nach einer knappen Stunde das schmucke Fasanenschlösschen erreicht haben, entdecken wir mit einer Mole und Leuchtturm weitere Requisiten höfisch-kriegerischen Zeitvertreibs. Irgendwie musste ja das schwer verdiente Geld verpulvert werden.

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August der Starke legte Grundstein für Fasanenschlösschen

August der Starke legte selbst den Grundstein fürs Fasanenschlösschen, als Architekt muss er ähnlich tüchtig gewesen sein wie als Frauenheld. Die Fertigstellung des Rokokobaus im Jahre 1782 erlebte er allerdings nicht mehr. Dafür war es für seinen Nachfolger ein kleiner, aber exquisit ausgestatteter Sommersitz. Die durchweg recht kleinen Zimmer waren mit Seide, Vogelfedern (!) und Stroh tapeziert. Die in den Nachkriegszeiten verloren gegangene weltweit einzigartige Pracht entsteht jetzt in einem über Jahre gehenden Prozess aufs Neue. Hier ist Staunen angesagt, das sollte man gesehen haben!

Kurz-Video über Schloss Moritzburg (Schlösserland Sachsen):

Mit der Kutsche zum Schloss und Wildgehege

Nach dem etwa halbstündigen Rundgang ist eine Entscheidung fällig: entweder wird eine der vorbeifahrenden 2 PS-Geschosse geentert und ganz entspannt zum Schloss kutschiert, oder es geht per pedes an einer zum Schloss gerichteten Wasserachse weiter. Das kann dann mit einem Besuch des Wildgeheges verbunden werden. Das Hauptproblem ist dort, die lieben Kleinen von den herzzerreißend süßen kleinen Zieglein wieder fort zu bekommen. Ist das geschafft, sind auch wir so geschafft, dass nur noch der Weg zu eine der zahlreichen gastronomischen Oasen in Moritzburg bleibt. Autor: Peter Weckbrodt

 

Das Fasanenschlösschen in Moritzburg. Foto: Peter Weckbrodt

Das Fasanenschlösschen in Moritzburg. Foto: Peter Weckbrodt

Schloss Moritzburg: tgl. 10-17.30 Uhr, Eintritt 7 Euro, erm. 3,50 €, Familienkarte: 14 Euro, mehr Infos hier
Fasanenschlösschen: mehr Infos hier

Karte:

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