Wirtschaft

Sunfire Dresden beginnt Diesel-Produktion aus Luft, Wasser und Ökostrom

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Die ersten 5 Liter kippte Ministerin Wanka in ihren Audi

Dresden/Berlin, 21. April 2015: Die Brennstoffzellen-Firma „Sunfire“ hat nun tatsächlich mit der Diesel-Produktion aus Luft, Wasser und Ökostrom in ihrer Pilotanlage in Dresden begonnen. Die ersten fünf Liter des synthetischen Kraftstoffs durfte heute Bundes-Forschungsministerin Johanna Wanka (CDU) in Berlin in ihren Dienst-Audi schütten – das hatte ihr Sunfire-Chef Christian von Olshausen im Herbst 2014 versprochen, als die turmhohe Pilotanlage in Dresden-Reick eingeweiht wurde.

Video (Sunfire):

Ministerin lobt Dresdner Ökosprit-Brauer: Technik ebnet Weg zur grünen Wirtschaft

Wanka zeigte sich angetan vom Öko-Sprit aus Sachsen: „Mit Beispielen wie dem synthetischen Kraftstoff von Sunfire verbindet sich Nachhaltigkeit mit technischer Innovation“, betonte die Ministerin. „Wenn es uns gelingt, CO2 breit als Rohstoff einzusetzen, leisten wir einen großen Beitrag zu Klimaschutz, Energiewende und Ressourceneffizienz und ebnen den Weg hin zu einer ,Green Economy’.“

Forschungsministerin Johanna Wanka kippt den ersten synthetischen Öko-Diesel von Sunfire Dresden in ihren Dienst-Audi. Foto:  Sunfire/ Cleantech Media

Forschungsministerin Johanna Wanka kippt den ersten synthetischen Öko-Diesel von Sunfire Dresden in ihren Dienst-Audi. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Pilotanlage entstand neben Fraunhofer-Campus Dresden-Gruna

„Sunfire“ war im Jahr 2010 aus den Firmen CRG Kohlenstoffrecycling Freiberg (1995) und Staxera (2005) in Dresden entstanden. Das Unternehmen konzentrierte sich auf neue Energiewandlungs-Technologien, die auf Hochtemperatur-Brennstoffzellen basieren. Inzwischen beschäftigt Sunfire rund 70 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr entstand in Dresden-Reick – in der Nähe des Fraunhofer-Forschungscampus Winterbergstraße – eine Pilotanlage, die Kraftstoffe aus Luft (Kohlendioxid), Wasser und Solar- bzw. Windstrom erzeugt. Durch die hohe Prozesstemperatur, die durch die Keramikkerne möglich wurde, ist die – an für sich schon lange bekannte – Sprit-Synthese laut Unternehmens-Angaben mit einem Rekord-Wirkungsgrad von rund 70 %.

Der erzeugte synthetische Diesel ist allerdings ein Stück teurer als der „normale“ Diesel an der Zapfsäule, nämlich etwa 1,50 Euro pro Liter. Aber dafür wird hier kein fossiler Energieträger verbraucht und laut Unternehmens-Angaben verbrennt der synthetische Kraftstoff im Auto effektiver und rußfrei.

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Wandler sollen als Energie-Großspeicher arbeiten

Als nächste Schritte sind eine Umkehrung des Prozesses – also eine Umwandlung von Wasserstoff in Strom – und später eine größere Anlage geplant. Allerdings benötigt Sunfire noch weiteres Kapital für den Transfer in den Industriemaßstab. Interessant wären solche Wandler-Anlagen vor allem als Energie-Großspeicher, um die Lieferspitzen von Solar- und Windkraftwerken in den deutschen Netzen auszugleichen. Autor: Heiko Weckbrodt