Dresden-Lokales

Berlin beliebtestes deutsches Städtereise-Ziel, Dresden auf Rang 7

Mit 4,4 Mio. Übernachtungen hat sich Dresden als beliebtestes Städtereiseziel 2014 außerhalb Berlins behauptet. Foto: Sylvio Dittrich, DMG

Mit 4,4 Mio. Übernachtungen hat sich Dresden 2014 als beliebtestes Städtereiseziel (außerhalb Berlins) behauptet. Foto: Sylvio Dittrich, DMG

Travel24 wertete Übernachtungs-Zahlen für 2014 aus

Berlin/Dresden/Leipzig, 9. April 2015: Berlin ist mit 28,7 Millionen Übernachtungen (2014) das beliebteste Ziel für Städtereisen in Deutschland, gefolgt von München und Hamburg. Spitzenreiter in Ostdeutschland ist Dresden mit über 4,4 Millionen Übernachtungen (+7,6 % zum Vorjahr, deutschlandweit: Rang 7). Das geht aus einer Auswertung des Internet-Reiseportals „Travel24“ hervor.

Rechnet man die Übernachtungen auf die Einwohnerzahl um, setzt also Touristenströme ins Verhältnis der Stadtgrößen, verschiebt sich das Bild spürbar: Dann nämlich rangieren auch kleinere Städte vorne: Baden-Baden kommt mit durchschnittlich 17 Übernachtungen je Einwohner auf Rang 1, Rostock zum Beispiel auf den fünften und Dresden mit 8 Übernachtungen pro Einwohner auf den achten Platz – direkt hinter Berlin.

„Barockstadt hat sich phänomenal erholt“

Travel24 stufte Dresden als „Besuchermagneten“ in Ostdeutschland ein – offensichtlich haben auch die Berichte über die asylkritischen „Pegida“-Demos in der sächsischen Landeshauptstadt daran im vergangenen Jahr kaum etwas geändert. „Die Barock-Stadt an der Elbe konnte sich in den vergangenen 25 Jahren phänomenal von den Kriegs-Altlasten erholen und verzeichnet alleine von 2013 zu 2014 einen weiteren Gästeübernachtungs-Zuwachs von +7,6% auf 4,4 Millionen“, heißt es in dem Bericht.

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Dresden-Vermarkter sehen noch Potenzial durch Kongresse und Geschäftsreisende

Erfreut zeigte sich Bettina Bunge, die Chefin der „Dresden Marketing GmbH“ (DMG), über die Platzierung Dresdens: Es sei offensichtlich gelungen, die Stadt als eine der Top-Destinationen in Deutschland zu etablieren. Allerdings sehe sie noch einiges Potenzial in der Gewinnung von mehr Geschäftsreisenden und der Vermarktung Dresdens als Kongressstandort.

Auch im Januar mehr Übernachtungen in Dresden – aber es kommen weniger Russen

Ob das Thema „Pegida“ der Stadt langfristig touristisch geschadet habe, bleibe abzuwarten. „Meines Erachtens sollten wir abwarten, bis die Zahlen für das erste Quartal 2015 vollständig vorliegen“, sagte Bunge auf Oiger-Anfrage. Bisher habe es vereinzelt Veranstaltungs-Absagen im Kontext mit „Pegida“ gegeben. Auch seien ihr Prognosen bekannt, laut denen die Übernachtungszahlen in Dresden um 20 bis 30 Prozent einbrechen könnten.

Bettina Bunge. Abb.: DMG

Bettina Bunge. Abb.: DMG

Aus den bisher erhobenen Statistiken sei dies allerdings bisher nicht ablesbar: Im Januar – neuere Zahlen sind noch nicht erhoben – hätten Hotels und andere Herbergen vier Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat gezählt. Zwar habe es im Januar 4,4 % weniger Übernachtungen ausländischer Reisender in Dresden gegeben. Aber dies sei vor allem auf den stark geschrumpften Reiseverkehr aus Russland zurückzuführen, der sich um fast ein Drittel reduziert habe. Es sei wenig wahrscheinlich, dass dies mit „Pegida“ zu tun habe, sondern hänge eher mit der Rubelschwäche und der schlechten wirtschaftlichen Lage in Russland zusammen.

Travel 24: Leipzig könnte 2015 mehr rausholen

Für Leipzig, das sich aktuell noch eher im unteren Spitzenfeld bewegt, sieht „Travel24“ derweil noch Potenzial: „Die Sachsenmetropole Leipzig hofft für 2015 touristisch noch mehr Fahrt aufnehmen zu können, hat sie doch solche berühmten Bewohner vorzuweisen wie Johann Sebastian Bach, Richard Wagner oder Felix Mendelssohn Bartholdy. Zudem feiert Leipzig 2015 seine erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren.“ hw